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Regional- und Stadtgeschichte
Das Phänomen „Stadt“ erfährt im 1837 erschienenen 167. Band der Krünitzschen „Oekonomischen Encyklopädie“ gebührende Aufmerksamkeit. Der Artikel zum gleichnamigen Lemma umfasst rund 33 Seiten, in denen Urbanität nach rechtlichen, ökonomischen und historischen Kriterien typologisiert und anhand zahlreicher Beispiele diskutiert wird. Die Darstellung nimmt ihren Ausgang bei der als Idealstadt vorgestellten Residenzstadt Karlsruhe, wendet ihren Blick dann aber im Zuge einer generalisierenden Erörterung mehreren Dutzend anderen Städten und Regionen Europas zu und streift sogar Ägypten und Nordamerika. Was den Artikel in unserem Zusammenhang besonders interessant macht – und was ihn z. B. vom gleichnamigen Eintrag im rund 90 Jahre älteren 39. Band des Zedlerschen Universallexikons unterscheidet – ist der Umstand, dass eine Fülle von Aspekten angesprochen wird, die heute landläufig unter den Begriffen „Umweltproblem“ oder „Umweltfaktor“ subsumiert würden. [...]
Although European history is in many ways the best known of the world's histories, the concept on which it is based—that of Europe—remains largely unexamined. North American colleges and universities have traditionally included European history in a general concept of "Western Civilization," which is assumed to be the source of norms and institutions—representative government, Judeo-Christian religion, scientific objectivity, to name just a few—that are common to Americans and Europeans. The textbooks and syllabi of these courses seldom inquire to what extent these shared traditions were indeed "European"—that is, typical of Europe as a whole, or only of certain times and places. In Europe itself, historians focus chiefly on national narratives, seldom asking how, or even if, these diverse narratives constituted a "European" history. Most early historians of women and gender, though they questioned many conventions of their discipline, preserved these. [...]
In a letter dated February 15, 1882 Theodore Stanton (1851-1925), the son of the American women’s rights pioneer Elizabeth Cady Stanton (1815-1902) invited the prominent Dutch educational reformer, Elise van Calcar (1822-1904), to contribute to his project of compiling an overview of the “women question in Europe.” She probably owed this request to her presence at the International Congress of Women in Paris in 1878. In his letter, he explained that his mother “qui depuis bien des années s’occupe de la question du droit des femmes,” and two other women were compiling a History of Woman Suffrage in the US, the first volume of which had been published in 1881. For the second volume they had asked the British suffragist Lydia Becker to write a chapter on “le movement des femmes en Angleterre,” and, to make things complete, “on se propose de faire un dernier chapître où se trouvera un compte-rendu de ce qui a été fait à ce sujet sur le continent.” [...]
„Es ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen unseres Jahrhunderts, dieses Loslösen der Frau vom Mann, dieses Gefühl ihrer Selbständigkeit, dieses Bedürfnis, nicht bloss Blüte und Kranz, sondern selbstwirkender Faktor in der Arbeit unserer gewaltigen Zeit zu sein.“ Diese Beschreibung Max Wolfs aus dem Jahr 1892 benennt eine weit verbreitete Verunsicherung, die die zeitgenössische Geschlechterordnung betraf. Es ging um die sogenannte Frauenemanzipation, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts europaweit die überlieferten Geschlechterverhältnisse in Frage stellte. In Wolfs Fall führte die Verunsicherung zu prononcierter Frauenfeindlichkeit. Wolf war Antifeminist und damit erklärter Befürworter einer Bewegung, die ihre Forderungen und Ziele im Deutschen Kaiserreich ebenso lautstark wie öffentlichkeitswirksam zu vertreten wusste. [...]
Europa heißt das Zauberwort, mit dem Unternehmerinnen im Westeuropa der Nachkriegszeit ihren Zusammenschluss zu einem Europäischen Unternehmerinnenverband begründeten und die Ernsthaftigkeit ihres Unterfangens demonstrierten. Mit dem Kalten Krieg war Europa seit 1948 der Schlüsselbegriff in der westlichen Sicherheits- wie Wirtschaftspolitik, Europa war Chiffre für Frieden und Wohlstand und die Unternehmerinnen bewiesen ihre staatsbürgerliche Verantwortung, indem sie sich für diese Ziele einsetzten. Europa als Grundlage und Ziel des Verbandes signalisierte Bedeutung und Stärke, und die Unternehmerinnen nahmen beides gerne an. Im Grunde vollzogen sie für Unternehmerinnen den europäischen Verbandszusammenschluss, den 1950 die von Unternehmern dominierten industriellen Spitzenverbände mit der Formierung zum Rat der Europäischen Industrien praktizierten. [...]
Am 8. August 1914 brach der Erste Weltkrieg auch im von Europa weit entfernten Ostafrika aus. Deutsche Truppen überschritten die Grenze zur benachbarten britischen Kolonie und britische Schlachtschiffe bombardierten die Hauptstadt der deutschen Kolonie, Dar es Salaam. Vor allem in der Zivilverwaltung und von den Missionen gab es erheblichen Widerstand gegen die Pläne der Militärs, den europäischen Krieg auch in Afrika auszufechten. Sowohl der deutsche Gouverneur Heinrich Schnee als auch sein britisches Gegenüber Sir Henry Conway Belfield fürchteten den Zusammenbruch der europäischen Kolonialordnung infolge der Wirren des Krieges. So sahen die ersten Wochen des Krieges einen hektischen Depeschenwechsel zwischen den Kolonien und den Metropolen, in denen die Gegner des Krieges auf afrikanischem Boden auf die Einhaltung der Kongo-Akte von 1885 pochten. Die damals unterzeichnenden Kolonialmächte hatten im Falle eines europäischen Krieges den Kolonien in Afrika die Neutralität zugesichert. [...]
Im Jahr 1928 traten im schweizerischen La Sarraz erstmals die Congrès Internationaux d'Architecture Moderne, kurz CIAM, zusammen (CIAM I). Diese ‚internationalen kongresse für neues bauen’, wie sich die Organisation in ihrer zweiten Arbeitssprache nannte, waren gegründet worden, um die großen Fragen der modernen Architektur zu diskutieren. Das Hauptanliegen der selbstbewussten Interessengruppe moderner Architekten um Le Corbusier und Walter Gropius war jedoch, das ‚Neue Bauen’ zu propagieren und international durchzusetzen. Es handelte sich also um weit mehr als ein klassisches Expertentreffen auf internationaler Ebene, wie sie sich vor allem in den Naturwissenschaften entwickelt hatten.[...]
Johann Andreas de Lüc (1727-1817), eigentlich Jean André de Luc, stammte aus Genf. Er war Meteorologe und Geologe; er prägte den Begriff Geologie und war mit Jean-Jacques Rousseau bekannt. Er wurde als Honorarprofessor an die Universität Göttingen berufen, also an die Hochschule des Kurfürstentums Hannover. Die hannoverschen Kurfürsten trugen zugleich die Königskrone von Großbritannien; de Luc berichtete also seiner Landesherrin, wenn er der Königin von Großbritannien Briefe schrieb. Das Schreiben dieser Briefe war offenbar seine wichtigste Dienstaufgabe. Sie wurden in mehreren Bänden gedruckt. [...]
Dass die 1990 neu formierte Bundesrepublik Deutschland bald als „Berliner Republik“ tituliert wurde, ist angesichts des Hauptstadtbeschlusses und der auf allen Ebenen stark wachsenden nationalen wie internationalen Aufmerksamkeit für die mit Abstand größte deutsche Stadt kaum verwunderlich. Die ausgiebigen und mitunter emotional geführten Debatten um eine angemessene Erinnerungspolitik und Zukunftsvisionen fanden, nachgerade unvermeidlich, ihren greifbaren Niederschlag in städtebaulichen Gestaltungsvorschlägen. Die in Aussicht genommenen und durchgeführten Maßnahmen reichten dabei weit über den Umgang mit einzelnen Symbolbauten (Palast der Republik/Stadtschloß bzw. Humboldt-Forum, ehem. Reichsluftfahrtministerium, Tränenpalast, etc.) hinaus. Mit der Verabschiedung des „Planwerk Innenstadt“ im Mai 1999 wurde seitens des Berliner Senats ein Masterplan für ein Gebiet von rund 40 Quadratkilometern mit dem Anspruch auf Kohärenz, historische Verankerung, aber auch Zukunftsoffenheit vorgelegt. [...]
Die Folgen der französischen Vorherrschaft in Westdeutschland um 1800 sind ganz unterschiedlich bewertet worden. Manchmal schien der Verlust ‚nationaler‘ Selbstbestimmung entscheidend, so daß sie als düstere Jahre der Unterdrückung beschrieben wurden; manchmal stand der Aufbruch im Vordergrund, den die Modernisierung von Recht, Verwaltung und Wirtschaft, das Ende korporativer Autonomien und der Zuwachs an individuellen Mobilitätschancen zu ermöglichen schien. [...]
Erinnerungskultur hat derzeit Konjunktur. Zahlreiche aktuelle Tagungsankündigungen und Publikationen nehmen Bezug auf eine wissenschaftliche und geschichtspolitische Debatte, die weit über die historische Fachwissenschaft hinaus Aufmerksamkeit in den populären Medien findet. Auffällig sind jedoch zwei Merkmale: Die Auseinandersetzungen um öffentliches Gedenken fokussieren mehrheitlich den politischen bzw. kulturellen Raum der Nation und sie kommen in der Regel ohne nennenswerte Bezüge zum Geschlecht der Akteure aus. Diese Beobachtungen sind der Ausgangspunkt unseres Beitrags. Er stellt einen Forschungsansatz vor, der sich mit den Fragen beschäftigt: Wie lässt sich historisch arbeitende Genderforschung mit den Debatten um Erinnerungskultur verbinden? Wie kann die Erinnerung an Frauen und weibliche Handlungsräume in das kulturelle Gedächtnis Europas eingeschrieben werden? Und welche Präsentationsformen und Medien sind hierfür besonders geeignet? [...]
1943/44 verfasste die im Schweizer Exil lebende deutsche Sozialistin und Reformpädagogin Anna Siemsen (1882-1951) den Aufsatz „Die Frau im neuen Europa“. In diesen Ausführungen appellierte sie vor allem an die Frauen, sich zum Ende des Krieges für eine gemeinsame soziale Aufbauhilfe in Europa zusammenzuschließen. Durch Hilfe zur Selbsthilfe sollte ein künftiges gemeinsames Arbeiten der europäischen Länder möglich werden. Damit, so Siemsen, könne ein europäisches Bewusstsein geweckt werden – ein Gefühl der Solidarität zwischen den Völkern Europas, das sie als unabdingbar für eine europäische Einigung und für einen dauerhaften Frieden betrachtete. Siemsen sah Frauen aufgrund ihrer spezifisch weiblichen Eigenschaften und ihrer spezifisch weiblichen Kriegserfahrung für diese Aufgaben als prädestiniert an. Indem sie auf diese Weise die umfassende politische Veränderung Europas mit fürsorgepolitischen Überlegungen verband, skizzierte sie zugleich eine weibliche Europa-Vorstellung. [...]
Was hat europäische Geschichte mit Geschlechtergeschichte zu tun? – Vieles, so ist zu vermuten, denn in dem Maße wie Europäerinnen und Europäer den Kontinent bewohnen und bevölkern, ihn erobern, ihn einnehmen, ihn verlassen und manchmal auch wieder dorthin zurückkehren muss Geschlechtergeschichte als ein historisches Forschungsfeld gelten, das die Europäische Geschichte gleichsam durchzieht. Europäische Geschichte und Geschlechtergeschichte sind demnach mögliche Wahlverwandte. Während die Frauen- und Geschlechtergeschichte sich in manchen ihrer Anfänge zwar der europäischen Dimension verweigerte und sich stattdessen zunächst an Dorf, Stadt, Region sowie Staat und Nation orientierte, konnte und kann die Europäische Geschichte ihrerseits die Geschlechter nicht ausblenden, da „die Europäer“ besonders in der Sozial- und Kulturgeschichte schlechterdings nicht ohne „ihre bessere Hälfte“ auszukommen vermögen. [...]
Es war der 14. September 1791, als Olympe de Gouges ihr 25seitiges Büchlein mit dem Titel „Die Rechte der Frau“ (Les droits des femmes) zum Druck gab; sein Herzstück war die „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ (Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne). Es geschah also in eben jener aufregenden Zeit, als die Nationalversammlung die Verfassung einer konstitutionellen Monarchie verabschiedete (am 3. September); an den Anfang der Verfassung stellte man die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ (Déclaration des droits de l’homme et du citoyen), welche die Nationalversammlung zwei Jahre zuvor schon verabschiedet hatte. [...]
Im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1972 veröffentlichte die Medizinische Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ein zweisprachiges Faltblatt unter dem Titel „Le contrôle de feminité/Sex control“, das die in Sapporo und München durchzuführenden Geschlechtertests reglementierte. Die Medizinische Kommission des IOC unter dem Vorsitz des belgischen Adeligen Alexandre de Merode (1934-2002) war 1967 ins Leben gerufen worden. Sie bildete das Resultat mehrjähriger Debatten innerhalb der IOC-Gremien, wie dem Problem des Dopings im olympischen Sport zu begegnen sei. Kurzfristig wurde die Medizinische Kommission mit einer zusätzlichen Aufgabe betraut: Sie sollte durch geeignete Kontrollen sicherstellen, dass die Teilnehmerinnen bei Frauenwettbewerben tatsächlich Frauen sind. [...]
My essay focuses on the roles that girls have played in the history of European modernity. I will by pointing to various ways in which girls—referring very broadly here to unmarried female youth in their teens and twenties—figured in this history: as workers and consumers active in the construction of market capitalism in Europe, as figures in the liberal political economy that enabled its implantation, and as participants (at least at the margins) of specifically European constructions of modern selfhood. [...]
Schon wenige Tage nach dem Sieg bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 zogen alle französischen Armeekorps weiter, um sich von drei Seiten der preußischen Hauptstadt zu nähern. Napoleon selbst hielt sich ab dem 24. Oktober zweieinhalb Tage in Potsdam auf, ritt am 26. Oktober nachmittags nach Spandau und Charlottenburg und vollzog, umgeben von seinen Generalen, seinen feierlichen Einzug in Berlin am späten Nachmittag des 27. Oktobers.[...]
Après une rapide esquisse de la situation politique et administrative du département de Lorraine et des différents niveaux de la représentation politique (Bezirk, Reichsland et Reich), l’auteur s’intéresse à la sociologie et à la nationalité des élus dans les différentes instances – Conseil général, Délégation et Landtag, et Reichstag –, à leur mode de travail et leur rayonnement. Au début du XXe siècle, deux données modifient progressivement le paysage politique : l’implantation des partis politiques de type allemand et l’amorce d’une vie politique régionale dont Strasbourg est la capitale. Le cheminement vers une représentation politique de type allemand est loin d’être achevé lors de la déclaration de guerre d’août 1914. La guerre interrompt brutalement le lent processus d’intégration. Novembre 1918 provoque une nouvelle rupture plus brutale que celle de 1870/71 et un large renouvellement du personnel à la suite de l’élimination des Alle¬mands et de la disparition des partis allemands.[...]
Im Laufe des 19. Jahrhunderts änderten sich die Anstellungsverhältnisse von Erzieherinnen und Lehrerinnen in Deutschland. Es galt weiterhin die zwischen dem späten 16. und 18. Jahrhundert in vielen Ländern sukzessiv verfügte Unterrichtspflicht , doch kam es nun überdies zu einer zunehmenden staatlichen Regulierung des Bildungswesens insgesamt. Infolgedessen wurde auch die Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen stärker reglementiert. So musste für jeden Arbeitsvertrag einer Erzieherin schulpflichtiger Kinder, ob in einer Familie oder als Lehrkraft einer privaten Mädchenschule angestellt, ebenfalls eine erfolgreich abgelegte staatliche Prüfung nachgewiesen werden. Mitte des 19. Jahrhunderts fehlte es allerdings an entsprechenden Ausbildungseinrichtungen. So gab es beispielsweise im Königreich Sachsen bei der Einführung der Lehrerinnenprüfung am 17. Juni 1859 nur einen Ort, das Lehrerinnenseminar in Callnberg, an dem Interessentinnen eine entsprechende Ausbildung absolvieren konnten. [...]
Im Juli 1967 organisierten vier Psychiater – Ronald D. Laing, David Cooper, Aaron Esterson und Clancy Sigal – das zweiwöchiges Happening Dialectics of Liberation im Roundhouse, einem im nördlichen London gelegenen Kulturzentrum, das zu dieser Zeit ein wichtiger Ort der englischen Underground-Szene war. Auf dieser Tagung traten zahlreiche Persönlichkeiten auf, die die politischen und akademischen Debatten der 1960er Jahren maßgeblich beeinflussten. Der Philosoph Herbert Marcuse, der Schriftsteller Allen Ginsberg, der Leader der Black Panther, Stokeley Carmicheal, der Theatertheoretiker Julian Beck und der Anthropologe Gregory Bateson debattierten über die Unfreiheit der Gesellschaften, sowohl in der westlichen Hemisphäre als auch in den früheren Kolonien. Zentrale Frage der zahlreichen Beiträge war, wie sich das Individuum aus den zahlreichen gesellschaftlichen Zwängen befreien könne. [...]
Since the nineteenth century, a number of nation states have emerged. The process of nation building and the awareness of national identities ran parallel to what has often been termed ‘first-wave feminism’, that is, the growth in women’s organisations and discussions of gender identities, discussions of how to understand femininity and masculinity. These two historical processes have been studied separately until very lately. Now, some historians have taken an interest in unravelling the interaction of the two ideologies, nationalism and feminism. [...]
Die habsburgische Provinz Galizien galt seit ihrer Einrichtung im Zuge der ersten Teilung Polens 1772 als Peripherie Europas. Schon die damaligen landeskundlichen Beschreibungen konstatierten – ganz im aufklärerischen Duktus – eine grundlegende Reformbedürftigkeit des neuen Kronlands. Auch im Laufe des 19. Jahrhunderts blieb dieses Verdikt bestehen und prägte die Literatur über die Region. Der Schriftsteller Karl Emil Franzos sprach von „Halbasien“, in der Historiographie ist oftmals die Rede vom „Armenhaus Europas“. Geographisch, kulturell und wirtschaftlich wurde Galizien als rückständig beurteilt und an der Grenze, an der Peripherie verortet. [...]
Bendikat, Elfi
Städte der Moderne.
Die Entwicklung der Stadt, und vor allem die der Großstadt, spielt in der europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Viele Sozialhistoriker bezogen sich in ihren Überlegungen zur europäischen Stadtgeschichte auf die kultursoziologischen Reflexionen des Philosophen und Soziologen Georg Simmel. Simmels 1903 veröffentlichter Essay „Die Großstädte und das Geistesleben“ kann inzwischen als Grundlagentext der Stadtsoziologie gelten, auf ihn beziehen sich inzwischen alle, die sich mit den sozialen Auswirkungen der Urbanisierung befassen.[...]
Robert Vaughans Buch The Age of Great Cities, das 1843 in London erschien, ist eine klassische Rechtfertigung der Urbanisierung. Zu einer Zeit, als auf dem europäischen Kontinent die Wanderungsbewegungen vom Land in die Städte immer mehr zunahmen, betonte der englische Geistliche bereits den positiven Charakter der urbanen Entwicklung. Vaughan nahm in seiner Schrift, die in der folgenden Quelle in einigen Auszügen vorgestellt wird, die Besonderheiten städtischen Lebens genau in den Blick.[...]
The 1980s and 1990s saw a flurry of interest in the history of the professions among historians and historical sociologists. Moving beyond studies of individual professions, an international group of scholars attempted to specify both the similarities and differences among multiple national contexts, and to establish a terminology that could be used across them to identify what counted as a “profession.” As part of that effort, the German historians Kocka and Conze have defined it as “a largely non-manual, full time occupation whose practice presupposes specialized, systematic and scholarly training.” Access to professions typically “depends upon passing certain examinations which entitle to titles and diplomas.” Professions “tend to demand a monopoly of services as well as freedom from control by others such as laymen, the state, etc.” [...]
     

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