Lundborg, Herman: Rassenbiologische Übersichten und Perspektiven (1921)[1]
IV. Die Versündigungen der Industrie gegen Rasse und Volksgesundheit.
Bedauerlicherweise hat zwischen den verschiedenen Kulturvölkern der Neuzeit ein förmlicher Wettlauf stattgefunden, als es sich darum handelte, alle denkbaren Industrieerzeugnisse, bessere und minderwertige, nützliche und notwendige Dinge wie auch Luxusartikel in Unmasse herzustellen und zu verkaufen. [...]
Die Industrie hat im Laufe von Jahrzehnten diese und andere Länder um Milliarden bereichert. Der allgemeine Wohlstand hat sich unerhört vermehrt, höchst bedeutende Milieuverbesserungen sind zustande gekommen, und trotzdem liegt unsere moderne Kultur heute nahezu in Trümmern. Alle diese Reichtümer haben uns demnach nichts genützt, im Gegenteil, sie haben ungeheuren Schaden angerichtet. Von vielen Seiten in England und auch anderwärts wird in den Berichten nachgewiesen, daß die Industrie die größte Volks- und Rassenverderberin ist. Ein englischer Militärrapport über die Körperuntersuchungen während des Krieges an 2 ½ Millionen jungen Engländern aus allen Teilen des Landes konstatiert, daß nur 36%, militärtauglich gewesen sind. Mehr als 10% waren so minderwertig, daß sie zu allen, sowohl Militär- als auch Zivilarbeiten als untauglich angesehen werden mußten und daß sie aus diesem Grunde darauf angewiesen waren, auf Kosten anderer zu leben.
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Die sozial Minderwertigen gebären also ohne jegliches Verantwortungsgefühl eine große Menge Kinder, welche nicht nur eine hohe Sterblichkeit, sondern auch gleichwie die Eltern Minderwertigkeit aufweisen. Es wird das Los der Tüchtigeren, sich dieser Kinder anzunehmen, die ihnen von Menschen aufgezwungen werden, welche sich in der Regel nicht das Geringste um ihre eigenen Nachkommen kümmern. Höher steht unsere Kultur nicht, als daß derartiges ungestraft nahezu überall in der Welt geschehen darf. Das sind wahrlich jämmerliche Ziffern. Soweit ist es schon mit einem alten Kulturvolk gekommen, welches sich zuerst von allen industrialisiert hat. Man kann leicht verstehen, daß in England gegenüber den Schwäche- und Entartungszeichen, die nun so augenfällig zu werden beginnen, große Unruhe herrscht.
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Von vornherein kann man ernstlich die Frage erörtern, ob die dem Lande zuströmenden Millionen für ein Volk von wirklichem Nutzen sind. Man ist berechtigt hieran zu zweifeln, denn die Erfahrung lehrt, daß ein rasch und stark vermehrter Wohlstand sowohl in alten Zeiten als auch heute Bedürfnisse in Unendlichkeit erzeugt, der Luxus nimmt zu, Verweichlichung tritt auf, die Arbeitslust nimmt ab usw. Das Wohlleben ruft eine allzu große Bequemlichkeit hervor, die bald genug auf die Kinder übergeht. Die Frauen entziehen sich immer mehr der Mutterschaft, und wir sehen es ja, wie überall das 0-1-2-Kindersystem von den besser gestellten Gesellschaftsklassen ausgehend gedeiht. Nach und nach greift dieser Prozeß in die Tiefe und vertilgt allmählich ein früher lebenskräftiges Volk. Es ist dies, was man mit dem Namen Rassenselbstmord bezeichnet.
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Um nicht mißverstanden zu werden, will ich hervorheben, dass ich natürlich keineswegs unter den Menschen eine wahllose „Kaninchenzucht“ als etwas wünschenswertes erachte, aber ich wage bestimmt zu behaupten, daß gesunde und tüchtige Eltern in einigermaßen guten Verhältnissen ein Verbrechen gegen die Natur und ihre eigene Rasse begehen, wenn sie sich mit einem oder zwei Kindern begnügen, während die am schwächsten ausgerüsteten Volksschichten sich immer mehr vermehren, was keineswegs erstrebenswert ist.
Die Staatsmächte tragen gewiß eine beträchtliche Schuld an diesen eben berührten Umständen. Sie unterstützen die hochwertigen Volkselemente nicht genügend in ihrem Wunsche, ein Heim zu gründen und die Familien zu erhalten. Unsere individualistische Zeit nimmt weitaus zu große Rücksichten auf die „Rechte“ des einzelnen und fragt wenig danach, wie es um die Familien und um die Rasse steht. Es wird heutzutage, kann man beinahe sagen, ein Ausrottungskrieg gegen Familien und Kinder geführt, und die Behörden gehen oft mit schlechtem Beispiel voran. Lohnpolitik, Wohnungsnot und Teuerung helfen mit, den Bestand der Familien zu untergraben. Kann man unter solchen Umständen verlangen, daß sich die Rasse auf die Dauer konkurrenzkräftig oder gar lebenstauglich erhält? Wir müssen erwachen, um den Gefahren dieses Systems zu steuern. Die Zukunft des Geschlechtes und der Rasse müssen vor allem gesichert werden.
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Daß die Frauen in den Konkurrenzkampf mit den Männern hineingetrieben wurden, besonders in die industrielle Tretmühle, ist entschieden schlimm sowohl für sie selbst als auch für die Gesellschaft. Eine ganze Reihe dieser Frauen ist sicher ein besseres Los wert, als ihnen zuteil wird. Hinter den Mauern der Fabriken sammeln sich alle möglichen Elemente, schlechte und gute. Ein großer Teil davon geht infolge des schlechten Milieus verloren. Sie haben es schwer, sich auf eigene Faust zu behelfen; fallen Vergnügungen, Genüssen, Unsittlichkeit, ja der Prostitution anheim. Alsbald knüpfen sie Liebesverhältnisse nach rechts und links an – in der Regel nicht aus Not, sondern infolge der Versuchungen und der Genußsucht. Leider gibt es mehr als genug Männer, welche, wenn ihnen solche Verbindungen leicht zu Gebot stehen, dieses unregelmäßige Leben bei Weibern, Alkohol, Tanz und Belustigungen, dem Wege der Entsagung in wirtschaftlicher Hinsicht, der zu einem eigenen Heim führt, vorziehen.
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Das Schuldregister der Industrie ist jedoch bei weitem damit noch nicht vollständig. Die am meisten rassenverderbenden Momente wären noch zu nennen. Eingehende Forschungen und statistische Zusammenstellungen zeigen, daß die Landarbeiterbevölkerung, besonders der Bauernstamm, in allen Ländern das Industrievolk an Gesundheit und Rassentüchtigkeit übertrifft. Dies beruht nicht, wie viele glauben, einzig und allein auf dem gesünderen Leben, das auf dem Lande geführt wird, sondern die Konstitution selbst, welche ihrerseits von gut und wohl angepaßten Erbanlagen abhängig ist, ist an und für sich besser. Die Bauernklasse trägt seit uralten Zeiten einen reichen Schatz guter Anlagen, eine starke Rassenkraft in sich. Dies ist also nicht in erster Linie ein Milieuphänomen, sondern von der Beschaffenheit der Erbeinheiten (Gene) und deren verschiedenartigen Kombinationen abhängig. Das Milieu wird zwar immer schlechter, je weiter hinunter in die Gesellschaftsschichten man kommt, doch ist dies nicht die eigentliche Ursache dafür, daß die Individuen, die dort hausen, eine schlechtere Konstitution haben. Überall stellt sich innerhalb eines Volkes, wo nicht unvernünftiger Despotismus oder Anarchie regiert, eine natürliche Schichtung ein. Diejenigen Menschen, welche ihr Dasein günstigeren Erbkombinationen zu verdanken haben, streben danach, höher zu kommen, die mit ungünstigeren sinken immer tiefer. Die niedrigsten Proletarier haben eine schlechte und wenig gut angepaßte Konstitution. Personen, welche sich mit einem schlechten Milieu begnügen oder damit begnügen müssen, sind in der Regel nicht rassentauglich.
Die wie Pilze aus dem Boden schießenden Fabriken ziehen die jungen Söhne und Töchter des Landes an sich. Die kürzere Arbeitszeit, die höheren Löhne, das abwechselnde Leben lockt mit wunderbarer Kraft. Das flache Land wird entvölkert. Die Städte und Industrieorte wachsen rasch. Die Milieuverhältnisse sind in diesen schlechter als auf dem Lande. Tuberkulose, Alkoholismus, Geschlechtskrankheiten und anderes Elend richten dort Verheerungen an und halten eine reichliche Ernte unter einer solchen Bevölkerung. Die Industrie verschluckt einen großen Teil des Bauernstammes; ein anderer Teil, der nicht ins Joch gehen will; wandert nach fremden Ländern aus und legt dort den Grund zu neuen, mit der Zeit vielleicht blühenden Völkern und Gemeinden. Das Ganze hat zur Folge, daß der Bauernstamm in den alten Ländern, wo sein Wert nicht mehr verstanden zu werden scheint und alles als käufliche Ware angesehen wird, verschwindet. Ein vollkommen gutes Volksmaterial kann man jedoch auf keinem Markte kaufen. Es nimmt Jahrhunderte und Jahrtausende in Anspruch, wieder eine rassentaugliche Bauernklasse aufzubauen, wenn die alte vernichtet worden ist.
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Die starke Zunahme der Bodenklasse ist das am meisten Bedenkliche in diesem Prozesse, denn körperliche und geistige Minderwertigkeit ist gerade ein kennzeichnender Zug in der Struktur dieser zahlreichen Bodenschicht. – Die höheren Arbeiterschichten werden natürlich hiervon nicht betroffen. – Verschiedene Industriearbeit fordert ein so geringes Maß von Intelligenz und Tüchtigkeit im übrigen, daß alle möglichen problematischen Individuen, die sich auf keine andere Weise versorgen können, nicht nur für sich selbst, sondern auch für eine Familie ein Auskommen finden. Viele von diesen, sowohl Männer als auch Frauen, wollen sich zwar nicht verheiraten, haben aber gleichwohl sexuelle Triebe und bekommen deshalb Nachkommen, welche dann meistens der Armenpflege zur Last fallen, und dies verbessert die Sache natürlich keineswegs. Da die Mittelklasse zusammenschrumpft, und die Oberklasse, welche in überwiegender Anzahl in den Städten wohnt, nur wenig Nachkommen hat, ist es ja klar, daß das Volk proletarisiert wird und insgesamt eine schlechtere Rassenbeschaffenheit als vor der Industrialisierung annimmt. Es entsteht mit anderen Worten ein ganzes Heer von mehr oder weniger schwach ausgerüsteten Individuen, und diese machen bald ihren Willen geltend. Geht es nicht im Guten, greifen sie zu revolutionären oder anarchistischen (bolschewistischen) Methoden und machen kurzen Prozeß mit allen, die dagegen sind, d. h. die höheren Klassen müssen es ausbaden. Es kommt ein Schreckensregiment. Alles gerät in Unordnung. Die Kultur sinkt. Das Volk entartet nun rasch und geht seinem Untergange entgegen. Neue Völker drängen sich ein, Es kann dann besser oder auch schlechter werden, was davon abhängt, wie das Volk, das sich zu Herren des Landes macht, beschaffen ist.
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Aus dem eben Gesagten geht mit aller Deutlichkeit hervor, daß wir auf unrechten Wegen wandeln. Wir setzen uns über die einfachsten Forderungen der Natur hinweg. Eine unbegrenzte Industrie veranstaltet immer einen Raub am Menschenmaterial und dies in einer solchen Ausdehnung, daß man berechtigt ist, die wunderlich lautende Paradoxe auszusprechen: wir sind nicht reich genug (haben wahrlich nicht die Mittel), die Industrie unaufhaltsam wachsen zu lassen, trotzdem sie uns Milliarden zuführt, denn unsere ganze Lebenskraft und Zukunft als selbständiges Volk steht auf dem Spiele.
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[1] Auszüge aus: Lundborg, Herman [sic]: Rassenbiologische Übersichten und Perspektiven, Jena 1921, S. 20-28.