Vereinigungsversuche antisemitischer Akteure in Europa. Die Internationalen Kongresse 1882 und 1883 in Dresden und Chemnitz

Der Begriff Antisemitismus tauchte bekanntlich erstmals im Namen der im Herbst 1879 in Berlin gegründeten Antisemiten-Liga auf. Das neue politische Schlagwort ist gebildet worden, um eine neue, nicht mehr religiös bestimmte Jüdinnen- und Judenfeindschaft auf den Begriff zu bringen. Es zielte in erster Linie gegen die Integration der Jüdinnen und Juden in die bürgerliche Gesellschaft, und die antisemitischen Akteure gingen in Worten, Bildern und Taten gegen die jüdische Bevölkerung vor.

Vereinigungsversuche antisemitischer Akteure in Europa. Die internationalen Kongresse von 1882 und 1883 in Dresden und Chemnitz[1]

Von Ulrich Wyrwa

[Frühere Version des Artikels: 2009]

Der Begriff Antisemitismus tauchte bekanntlich erstmals im Namen der im Herbst 1879 in Berlin gegründeten Antisemiten-Liga auf.[2] Das neue politische Schlagwort ist gebildet worden, um eine neue, nicht mehr religiös bestimmte Jüdinnen- und Judenfeindschaft auf den Begriff zu bringen. Es zielte in erster Linie gegen die Integration der Jüdinnen und Juden in die bürgerliche Gesellschaft, und die antisemitischen Akteure gingen in Worten, Bildern und Taten gegen die jüdische Bevölkerung vor.[3] Im Mittelpunkt der Sprache des Antisemitismus stehen die Anschuldigungen, Jüdinnen und Juden würden Wirtschaft und Banken beherrschen, die öffentliche Meinung dominieren und nach der Weltherrschaft streben, bis Jüdinnen und Juden schließlich auch als Angehörige einer anderen Rasse diffamiert wurden. Die Entstehung des Antisemitismus war Ausdruck eines umfassenden sozialen Unbehagens und einer grundlegenden Protesthaltung gegen die „Verwandlung der Welt“ im 19. Jahrhundert. Der Antisemitismus war „Inbegriff des Negativen“ und Ausdruck einer grundsätzlichen Anti-Haltung.[4] Er richtete sich gegen die Aufklärung und gegen die Ideen von 1789. Der Begriff bündelte antiliberale und antibürgerliche Momente ebenso wie antisozialistische und antifeministische Haltungen. Er diente nicht zuletzt dazu, die sozialen Konflikte und krisenhaften Erfahrungen, die mit dem Übergang von der Subsistenz- zur Marktwirtschaft verbunden waren, zu verarbeiten. Die Jüdinnen und Juden wurden in der Rhetorik des Antisemitismus nicht bloß als Repräsentanten des Kapitals gesehen, sondern zu „Personifikationen der unfassbaren, zerstörerischen, unendlich mächtigen, internationalen Herrschaft des Kapitals“.[5]

Antisemitismus als Moment einer dreifachen Europäisierung

Diese Form der säkularen Jüdinnen- und Judenfeindschaft wurde in dreierlei Hinsicht zu einem europäischen Phänomen und einem Moment der Europäisierung, die zudem auf deren Ambivalenzen hinweist. Erstens weil der Neologismus unmittelbar nach seinem ersten Auftauchen in Berlin im Jahr 1879 in die euro­päischen Sprachen einging. Er zeigte in allen europäischen Sprachräumen eine analoge Semantik und fand nach und nach Niederschlag in den verschiedenen nationalen Enzyklopädien der Zeit.[6] Der Begriff verbreitete sich durch den intellektuellen Austausch und kulturellen Transfer der Protagonisten des Antisemitismus in Europa. Aber nicht nur das neue politische Schlagwort, auch die entsprechenden Sprechakte und habituellen Artikulationsformen strahlten auf alle Teile Europas aus.[7]

Zweitens war die Ausbreitung des Antisemitismus als gesellschaftliches Syndrom eine europäische Entwicklung und damit Moment einer Europäisierung. Der britisch-jüdische Historiker Lucien Wolf hat diese europäischen Dimensionen der Entwicklung des Antisemitismus in seinem präzisen und noch heute ungemein informativen Eintrag für die 1910 erschienene 11. Auflage der Encyclopaedia Britannica dargestellt.[8] Auf 13 Seiten gab Lucien Wolf einen Überblick der Entwicklung des Antisemitismus in Europa, in dem er die Bedeutung von Deutschland und Österreich-Ungarn für die Entstehung des Antisemitismus herausstrich, gleichzeitig die Entwicklung in Russland, Rumänien sowie Frankreich thematisierte und auch die Situation in Großbritannien nicht aussparte.

Was Lucien Wolf mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgte war die Tatsache, dass der in den 1880er-Jahren sich formierende politische Antisemitismus zu einer europäischen Bewegung wurde. Diese nahm in Deutschland ihren Ausgang, griff auf die verschiedenen Teile der Habsburgermonarchie über, formierte sich auch in Frankreich als politische Bewegung und nahm in Russland und Rumänien besonders gewalttätige Gestalt an. Im Kontext der Dreyfus-Affäre in Frankreich wurde die neue politische Form von Jüdinnen- und Judenfeindschaft nach Wolf zu einem „europäischen Antisemitismus“.

Drittens lässt sich im Kontext einzelner Episoden aus der Geschichte des Antisemitismus die Herausbildung einer europäischen Öffentlichkeit beobachten, so etwa im Zusammenhang mit der Tisza-Eszlar-Affäre, einem Ritualmordvorwurf in einer ungarischen Kleinstadt im Jahr 1882.[9] Dieser hatte eine breite öffentliche Resonanz in weiten Teilen Europas hervorgerufen und nahezu alle großen europäischen Zeitungen hatten darüber berichtet.[10]

Die Betrachtung des Antisemitismus als Moment einer dreifachen Europäisierung zeigt paradigmatisch die Ambivalenz bzw. Mehrdeutigkeit der Europaidee insofern, als die Verbreitung eines gegen die europäische Aufklärung und das revolutionäre Erbe von Freiheit, Gleichheit und Solidarität gerichteten Gedankens ebenso einen Faktor der Europäisierung darstellt.[11] Vor dem Hintergrund eines solchen Verständnisses von Antisemitismus nimmt dieser Beitrag die europäischen Organisationsversuche des politischen Antisemitismus in den Blick. Die antisemitischen Akteure der 1880er-Jahre hatten nach ihrem ersten öffentlichen Auftritt in der Berliner Bewegung und den anschließenden Parteibildungsprozessen in Deutschland und Europa versucht, sich europäisch zu vernetzen. Die Frage ist jedoch erstens, ob diese Akteure einen Begriff von Europa hatten und ihre Bewegung als eine europäische Bewegung verstanden und zweitens, ob diese Organisationsversuche als weiteres Moment der Ambivalenzen des Europäisierungsprozesses gelten können.

Der erste europäische Antisemitenkongress

Vor allem ungarische und deutsche Antisemiten versuchten die breite Aufmerksamkeit, die der Fall Tisza-Eszlar in der Öffentlichkeit in allen Teilen Europas erregt hatte, für die Bündelung der Antisemiten in Europa zu nutzen. Zu den Initiatoren des Projektes des ersten internationalen Antisemitenkongresses gehörten insbesondere der Vorsitzende des antisemitischen Dresdner Reformvereins Alexander Pinkert und der ungarische Antisemit Győző Istóczy.[12] Schon am 10. Juni 1882 erschien in der antisemitischen Zeitschrift Die Wahrheit. Humoristisch-satirisches Wochenblatt die Ankündigung, dass voraussichtlich im September 1882 in Dresden ein internationaler „Antisemiten-Congreß“ stattfinden werde. Erwartet wurden vor allem antisemitische Aktivisten aus Ungarn und Österreich. Um den europäischen Charakter des Kongresses zu unterstreichen wies der Autor darauf hin, dass auch „russische und französische Antisemitenführer“ an dem Treffen teilnehmen werden.[13]

In Berlin fand daraufhin am 22. August ein Vorbereitungstreffen von Vertretern der antisemitischen Organisationen der Stadt statt. Nicht aber die europäischen Fragen standen in der Debatte im Vordergrund, sondern die internen Konflikte und politischen Gegensätze innerhalb des antisemitischen Lagers.[14] Nachdem die Versammlung am 11. September 1882 in Dresden eröffnet worden war, wurde offensichtlich, wie wenig von den europäischen Ansprüchen eingelöst werden konnte.[15] Weder waren die angekündigten Teilnehmer aus Frankreich eingetroffen, noch hatten sich Antisemiten aus anderen westeuropäischen Ländern eingefunden, und selbst aus Rumänien war im Gegensatz zu den Ankündigungen kein Antisemit erschienen. Zwar sprachen die Veranstalter von Delegierten aus Russland, doch handelte es sich dabei offenbar eher um in Sachsen lebende russische Studenten. Die versammelten Antisemiten kamen nahezu ausschließlich aus dem Deutschen Kaiserreich und der Habsburgermonarchie. Damit entsprach die Zusammensetzung der in Dresden versammelten Antisemiten eher dem Rahmen des alten Reiches als den propagierten europäisch-internationalen Ambitionen. So war auch der Antisemitismus gleichsam eine rückwärtsgewandte Utopie gegen die große Transformation, die kapitalistisch-marktwirtschaftliche Umwälzung der Welt.[16] Nicht Europa, sondern der mittelalterliche Reichsgedanke wurde zum unerklärten Leitbild der antisemitischen Bewegung in Mitteleuropa. Dies zeigte sich nicht zuletzt im zeremoniellen Teil des Kongresses, der im Bericht der Staatsbürger-Zeitung, dem „Zentralorgan des Antisemitismus“, detailliert beschrieben ist.[17] Auf dem Kongress trat weniger die Einheit als vielmehr die Zerrissenheit der europäischen Antisemiten hervor. Zum Ausdruck kamen die Divergenzen schon in der Frage der Bezeichnung des Kongresses. War im Vorfeld der Dresdner Versammlung vom „Internationalen Antisemiten-Congress“ die Rede[18], so lautete die offizielle Bezeichnung „Erster Internationaler Antijüdischer Congress“, gelegentlich tauchte auch die Bezeichnung „Internationaler Congress zur Wahrung nichtjüdischer Interessen“ auf.

Zu diesen terminologischen Unklarheiten kommen die wechselnden geopolitischen Bezeichnungen. Mal wurden die Kongresse als europäische, mal als internationale bestimmt. Bei den Rekursen auf Europa aber handelte es sich immer nur um beiläufige Bemerkungen. Das auf dem Kongress beschlossene Manifest begann pathetisch mit der Warnung, dass eine „fremde Race […] die Zukunft der europäischen christlichen Völker“ bedrohe[19], und dass die Jüdinnen und Juden insbesondere in Europa den größten Teil der Presse besäßen oder dominierten.[20] Im Weiteren wurde von den „europäisch-arischen Völker[n]“ gesprochen und darauf insistiert, dass Europa „den christlichen Völkern“ gehöre.[21] Von der Emanzipation der Jüdinnen und Juden habe Europa „die Verschmelzung der Judenschaft“ erwartet, doch hat sie ein „vollständiges Fiasco“ hervorgebracht.[22] So hätten die Jüdinnen und Juden die europäischen Völker, „hauptsächlich in Mittel- und Ost-Europa“ in „Sklavenketten“ geschlagen.[23] Mit diesem Appell, so schloss das Manifest, sollte die „europäische christliche Gesellschaft zum Bewußtsein der sie bedrohenden Gefahr erweckt werden“.[24]

Was die versammelten Antisemiten zu ihrem europäischen Kongress drängte, war keine kohärente europäische Idee. Im Gegenteil: Die häufige Bezugnahme auf Europa als Konzept sowie auf die internationale, europäische Reichweite der neuen Jüdinnen- und Judenfeindschaft bringen die Ambivalenzen des Antisemitismus als einer europäischen Bewegung zum Vorschein. Diese Versammlungen waren nicht Ausdruck einer von den antisemitischen Akteuren intendierten Europäisierung, sondern vielmehr Symptom einer Mimikry, einer Nachahmung der als übermächtig empfundenen Macht der in der Alliance Israélite Universelle zusammengeschlossenen europäischen Jüdinnen und Juden.[25] Europa fungierte in der Rhetorik der Antisemiten viel eher als Vorwand, um die Alliance Israélite Universelle zu imitieren und das internationale Engagement der europäischen Jüdinnen und Juden zu konterkarieren.[26] So nahmen in dem Manifest der Antisemiten Bezüge auf die Alliance Israélite Universelleeinen zentralen Raum ein.[27] In der ersten der auf dem Kongress beschlossenen Thesen heißt es: „Eine internationale Vereinigung zu dem Zweck, die Übermacht des Judenthums zu brechen ist eine unabweisliche Kulturaufgabe der christlichen Welt.“ In der zweiten These wird darauf bestanden, dass die Jüdinnen- und Judenfrage auch einen universellen Charakter habe. Die weiteren sechs Thesen aber nehmen weder auf den europäischen noch den internationalen Charakter der eigenen Strategie Bezug.[28]

Dennoch nahm der Kongress, dem diese Thesen vorgelegt wurden, mit großer Mehrheit den Vorschlag von Willibald Hentschel an, „sich mit den in Süd-Rußland gebildeten antisemitischen Vereinen in Verbindung zu setzten“.[29] Der ungarische Vertreter Győző Istóczy hielt der „Rothschild Dynastie“ vor, von „jedem europäischen Kriege“ zu profitieren. Ähnlich verkündete Adolf Stoecker in seinem Grußwort – wobei noch einmal das Phänomen der Mimikry zum Ausdruck kommt –, dass alles Große, wie es „die Goldene und Rothe Internationale“ der GegnerInnen beweise, international sein müsse.

Beides, die sprachlichen Verweise auf Europa wie die internationalen Ansprüche des Kongresses, blieben jedoch rhetorische Wendungen. Insgesamt trat nicht nur das Missverhältnis der europäischen Ambitionen zu den in Dresden vertretenen Ländern hervor, ebenso eklatant war der Widerspruch von universalistischen Forderungen auf der einen Seite und den inneren Konflikten sowie konzeptionellen Unklarheiten auf der anderen Seite. Tatsächlich standen die Gegensätze der verschiedenen Strömungen der antisemitischen Bewegung im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen.[30] Vor allem traten die Widersprüche und Konflikte zwischen den christlich-sozialen und konservativen Antisemiten sowie der antikonservativen und rassistischen Fundamentalantisemiten hervor.[31] Adolf Stoecker etwa wies die Forderung dieses Flügels der antisemitischen Bewegung nach einer Ausweisung der Jüdinnen und Juden aus Europa mit der bemerkenswerten Einsicht zurück, dass eine Volksabstimmung nicht zur Ausweisung der jüdischen Bevölkerung, sondern zur Ausweisung der Antisemiten führen würde. Wenn „man heute in Deutschland abstimmen lassen würde, ob Juden oder Antisemiten Europa verlassen sollen, so würde man dies von letzteren fordern“; eine Bemerkung die, wie das Protokoll notierte, unter den Kongressteilnehmern „Unruhe und Widerspruch“ hervorrief. Über die Divergenzen zwischen den verschiedenen Flügeln des Antisemitismus, oder wie es polemisch in dem Artikel der Staatsbürger-Zeitung hieß, zwischen „Bierbankantisemiten“ und „Vollblutantisemiten“, gingen die europäischen Ansprüche und die Ideen einer europäischen Koordination der antisemitischen Bewegung gänzlich verloren.[32]

Abschließend wurde von dem Kongress „ein ständiges Komitee eingesetzt“ und der Chemnitzer Verlagsbuchhändler Ernst Schmeitzner zum Vorsitzenden gewählt. Vertreten waren in dem Komitee wiederum nur Delegierte aus dem Deutschen Reich und der Habsburgermonarchie.[33] Zwar wurden alle „Zeitungen antijüdischer Tendenz“ aufgefordert, Belegexemplare ihrer Blätter an den Schmeitzner-Verlag zu schicken sowie die Adresse „in deutscher, französischer, russischer oder englischer Sprache“ mitzuteilen. Auch erging „an alle Vereine der Erde, welche eine antijüdische Tendenz vertreten, die Bitte, ihre Adresse in einer der angeführten Sprachen“ einzusenden.[34] Zudem wurde für den März des kommenden Jahres ein zweiter „Internationaler Antijüdischer Kongress“ angekündigt. Wie wenig jedoch von den Zielen und Ideen der Versammlung umgesetzt werden konnte, offenbarte sich schon auf den getrennten Veranstaltungen, die von den verschiedenen antisemitischen Gruppierungen Berlins im Anschluss an das Dresdner Treffen einberufen wurden.[35]

Sozialdemokratische und liberale Zeitungen berichteten über das Scheitern der Versammlung. Unter der Überschrift „Narren und Schufte“ schrieb der Sozial­demokrat über den „Antisemiten-Kongreß“.[36] In der Vossischen Zeitung heißt es, dieser „werde schwerlich den Erwartungen entsprochen haben, die man von Seiten der Antisemiten auf ihn gesetzt hat. […] Von irgendwelchem greifbaren Resultat […] des antisemitischen Glaubensbekenntnisses war nichts zu spüren“.[37] Die Neue Freie Presse aus Wien fragte, ob man lachen oder weinen solle, „wenn man die Berichte über die seltsame Versammlung liest“: „Der erste Eindruck, den die Verhandlungen hervorbringen, ist der einer ungebundenen Heiterkeit.“[38] Der Kongress habe „zur Unterhaltung Europas ein Bedeutendes beigetragen“. Gleichwohl merkte der Autor an, stecke

„unverkennbar ein trauriger Ernst hinter all dieser possenhaften Narrheit. Daß während des letzten Viertels des neunzehnten Jahrhunderts mitten im Herzen Deutschlands dreihundert Männer von normaler Schulbildung sich zusammenfinden, für die es augenscheinlich keine französische Revolution und keine Kant’sche Philosophie, keinen Voltaire und keinen Lessing gegeben hat, das ist ein so schwerwiegendes Symptom culturellen Rückschritts, ein solches Zeichen von Verwilderung und Verrohung der Sitten, daß unser Zeitalter allen Grund hat, sich desselben zu schämen. […] Das unsäglich Traurige dieser Verirrung ist, daß sie auf eine Anschauung zurückgreift, die seit einem Jahrhundert von dem ganzen civilisierten Europa verworfen ist“.

Mit besonderem Spott ist Adolf Stoeckers Eingeständnis über die Schwäche der antisemitischen Bewegung bedacht worden. Für die Neue Freie Presse war die Bemerkung Stoeckers, dass eine Volksabstimmung „zweifellos für die Austreibung der Antisemiten“ votieren würde, von „unwiderstehlicher Komik“. Diese Episode hat nicht nur der Kladderadatsch[39], sondern auch die Kölnische Zeitung aufs Korn genommen: „Die antisemitische Bewegung kann nicht schärfer verur­theilt werden, als durch die Äußerung des Herrn Stoecker auf dem Congreß der Antisemiten in Dresden.“[40]

Die weiteren europäischen Antisemitenkongresse

Nach dem Scheitern des ersten Kongresses, wie es von nicht-antisemitischen zeitgenössischen BeobachterInnen festgehalten worden war, geriet der angekündigte zweite europäische Kongress im kommenden Jahr zu einem gänzlichen Reinfall. In ihrer ersten Nummer des neuen Jahres meldete die Zeitschrift Die Wahrheit, dass der „zweite internationale antijüdische Congress“ voraussichtlich im Frühjahr stattfinden werde.[41] Mitte März berichtete Die Post, dass sich die europäischen Antisemiten im April 1883 in Chemnitz versammeln werden.[42] Einen Monat später schrieb die antisemitische Zeitschrift Der Reichsbote, dass sich die Anmeldungen zum zweiten Kongress mehrten, wobei neben Antisemiten aus Deutschland auch „Czechen, Ungarn, Polen und Serben ihre Beteiligung fest zugesagt“ hätten und „selbst Russen“ bereits im „Besitz von Eintrittskarten“ seien.[43]

Nachdem der Kongress zusammengetreten war, erschien in der von Adolf Glaßbrenner begründeten und nunmehr von Richard Schmidt-Cabanis herausgegebenen Berliner Montags-Zeitung ein kurzer Bericht, in dem mitgeteilt wurde, dass der am 27. April in Chemnitz tagende internationale antijüdische Kongress lediglich aus fünfunddreißig Personen bestünde.[44] Vollmundig verkündete demgegenüber die antisemitische Neue deutsche Volks-Zeitung, dass Vertreter aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Russland, Rumänien und Serbien erschienen wären. Die Veranstalter konnten die geringe Zahl der Besucher jedoch nicht ignorieren und erklärten sie schlicht damit, dass dieser Kongress eine andere Aufgabe hätte als der im Vorjahr in Dresden zusammengekommene. In dem Artikel heißt es weiter:

„Während der erste antisemitische Congreß [...] einen demonstrativen Charakter trug, und durch seinen starken Besuch den Beweis lieferte wie mächtig und tiefgehend die antisemitische Bewegung in ganz Europa sei, liegt dem 2. jetzt in Chemnitz zusammengetretenen Congresse die Aufgabe ob, auf den in Dresden gewonnenen Grundlagen organisch und praktisch weiter zu bauen.“

Aus praktischen Erwägungen sei daher nur eine beschränkte Zahl von Einladungen erlassen worden.[45] Trotz der großsprecherischen, französischen Bezeichnung des einladenden Vereins, Alliance antijuive universelle, waren keine Vertreter aus Frankreich erschienen und trotz der hochtrabenden Hinweise auf die europäischen Gäste traten auch auf dem zweiten Kongress allein Redner aus dem Deutschen Kaiserreich und der Habsburgermonarchie auf. Ob die gemeldeten russischen, rumänischen und serbischen Antisemiten teilgenommen haben, bleibt im Dunkeln, weder wurden Namen genannt, noch traten sie auf dem Kongress hervor.

Gleichwohl wird Europa in den Reden genannt. Otto Glagau etwa sprach in seiner Ansprache als Vorsitzender des Kongresses davon, dass die „Judenfrage“ als „Kernpunkt der sozialen Frage“ bereits „ganz Europa unterminirt habe“. Gegen die zeitgenössischen nationalistischen Bewegungen betonte Glagau den europäischen Charakter der antisemitischen Bewegung: „Wenn heute die Völker und Nationalitäten sich mehr als je abschließen, und mehr oder weniger gegen einander Front machen, so ist dagegen unsere Vereinigung ein Band, welches die Völkerschaften Europa’s wieder einander nähert, und mit einander verbündet. Die Judenfrage ist ihrem Wesen nach eine internationale.“[46] Was Europa in diesem Kontext bedeutete, bleibt jedoch unklar. Auch Glagau hatte keinen Begriff von Europa. Deutlich traten auf dem Kongress wiederum die Konflikte innerhalb des antisemitischen Feldes hervor. Die Debatte wurde, wie es gleichlautend in der Berliner Montags-Zeitung und der Neuen Freien Presse aus Wien hieß, „stellenweise höchst erregt und gereizt geführt und ließ deutlich erkennen, daß innerhalb der deutschen Antisemiten-Partei die schärfsten principiellen und persönlichen Gegensätze bestehen“.[47] Aufgrund dieser internen Spaltungen wurde ein Antrag eines Anhängers von Eugen Dühring abgelehnt, in dem die „geistige Bevormundung Europa’s“ durch die jüdische Presse und die Zersetzung der europäischen Kultur durch „jüdische Denkweise und jüdisches Handeln“ beklagt wurde.[48] So wird auch auf dem zweiten Kongress der ambivalente Charakter des Europabegriffes deutlich: Einerseits hoben die Antisemiten die Bedeutung von Europa und den internationalen Charakter der Jüdinnen- und Judenfrage immer wieder hervor, andererseits waren die Vorstellungen von Europa ebenso wie vom Internationalismus inhaltsleer; beide Begriffe wurden zudem von den Streitigkeiten zwischen einzelnen Akteuren in den Hintergrund gerückt.

Zeitgenössische jüdische BeobachterInnen nahmen das Debakel des zweiten europäischen antijüdischen Kongresses mit Befriedigung zur Kenntnis. In der in Berlin erscheinenden Zeitung Die jüdische Presse heißt es:

„Wie haben sie in die Lärmtrompete geblasen, die Herren Antisemitenhäuptlinge? In spaltenlangen Artikeln ihrer Presse, in ‚Volksversammlungen‘ in Privatconventikeln, in Flugblättern aller Art und Sprachen mit tönender Beredsamkeit wieder und immer wieder ihren Heerbann aufgeboten zu dem großen Spektakelstück, das sich am 27. und 28. April in Chemnitz abspielen sollte? Und wie kläglich war das Resultat?! […] Fünfunddreißig Antisemiten als ‚Vertreter von ganz Europa‘!“[49]

Ein noch kläglicheres Nachspiel hatten diese europäischen Organisationsversuche im Jahr darauf in Frankreich.[50] Wiederum gehörte der ungarische Antisemit Győző Istóczy zu den treibenden Kräften. Drei Monate nach dem Chemnitzer Debakel, am 30. Juli 1883, schickte Istóczy einen offenen Brief an die französische Zeitschrift L’Anti-Semitique und rief sie zur Gründung einer „Alliance Anti-Israélite Universelle“ in Paris auf.[51] Als die Zeitschrift am 11. August über einen weiteren, angeblich in Dresden geplanten Antisemitenkongress berichtete, an dem wieder, wie es hieß, die ungarischen Antisemiten Istóczy, Géza Ónody und Iván Simonyi teilnehmen sollten[52], schrieb Istóczy einen weiteren Brief an die Zeitschrift und erklärte, dass er und seine ungarischen Freunde wegen der unfruchtbaren Streitereien der deutschen Ober-Antisemiten an keinem Kongress mehr in Deutschland teilnehmen würden. Er zöge es daher vor, einen internationalen Kongress in Paris einzuberufen.[53] Wenig später erklärte die Zeitschrift, dass sie die Entscheidung von Istóczy, deutsche Antisemitenkongresse nicht mehr zu besuchen, sehr gut verstehen könne. Umso nachdrücklicher machte sich die Redaktion den Vorschlag zu eigen, in Paris einen internationalen Kongress zu organisieren. Unmittelbar darauf rief sie die LeserInnenschaft auf, TeilnehmerInnenlisten an die Redaktion zu schicken und gab bereits ein vorläufiges Programm bekannt.[54] Nun aber hielt es Istóczy für angebracht, den Elan der französischen Antisemiten zu zügeln. Bald sah sich die Zeitschrift L’Anti-Semitique genötigt, dem ungarischen Antisemiten beizupflichten und die Angelegenheit nicht zu überstürzen.[55] Die französischen Antisemiten wollten den Kongress nun im November 1883 stattfinden lassen. Istóczy, Ónody und Simonyi warnten jedoch, dass eine bessere Planung und längerfristige Vorbereitung notwendig sei und schlugen den Mai des kommenden Jahres vor. Die französischen Antisemiten drängten aber in ihrer Antwort auf einen früheren Termin[56] und kündigten im Dezember 1883 den internationalen Antisemiten-Kongress in Paris für den Februar 1884 an. In einem Supplement-Blatt verteilten sie auch schon Vordrucke für die Teilnahmeerklärungen.[57] Im Februar wurde der Kongress jedoch aus nicht offengelegten Gründen auf März verschoben.[58] Als die Zeitung im Juni 1884 ihr Erscheinen einstellen musste, hatte der Kongress noch immer nicht stattgefunden; das Vorhaben war damit gescheitert.[59]

Trotz der Fehlschläge der bisherigen europäischen Kongresse kam es 1886 zu einem weiteren Versuch, die europäischen Antisemiten zu vereinigen. Diesmal ging die Initiative jedoch weder von Deutschland noch von Ungarn oder Frankreich aus, sondern von Rumänien. Im September 1886 fand in Bukarest auf Einladung des rumänischen Antisemiten Constantin Moroiu und unter Vorsitz des Abgeordneten Eduard Gherghely ein weiterer europäischer Antisemiten-Kongress, Congresul Antisemitic, statt. Ziel der Veranstalter war es wieder, wie es im Bericht der Allgemeinen Zeitung des Judenthums hieß, ein „von allen Antisemiten-Vereinen Europas“ besuchtes „Protest-Meeting“ zu organisieren.[60] Angekündigt wurde die Teilnahme von den prominenten europäischen Antisemiten Eduard Drumont, Győző Istóczy oder Adolf Stoecker. Wie in Dresden und Chemnitz waren nur sehr wenige Teilnehmer aus anderen europäischen Ländern anwesend, und auch die angekündigten Prominenten waren nicht erschienen. Aus Frankreich war Jacques de Biez und aus Ungarn Ferenc Komlóssy anwesend. Trotz der geringen internationalen Teilnahme hielten die Versammelten an ihren ambitionierten Zielen fest und gründeten die internationale antijüdische Organisation Alianţa Universală Anti-israelită. Auch dieser Kongress aber konnte die europäischen Ansprüche nicht einlösen, und die Allianz war weit davon entfernt internationalen Charakter zu haben. Im Unterschied zu den Treffen in Dresden und Chemnitz jedoch hatte die Bukarester Versammlung unmittelbare Folgen für die jüdische Bevölkerung. In Craiova, der etwa 230 km westlich von Bukarest gelegenen Hauptstadt der Provinz Kleine Walachei, brachen direkt nach dem Treffen gewalttätige Ausschreitungen gegen Jüdinnen und Juden aus.[61]

Im 20. Jahrhundert versuchten antisemitische Akteure, unter diesen auch ganz vereinzelt ein paar Frauen, erneut den Antisemitismus auf europäischer Ebene zu organisieren. AntisemitInnen aus Ost und West bauten seit den 1920er-Jahren Netzwerke auf, hielten in verschiedenen Städten Europas antisemitische Kongresse ab und gründeten eine „Internationale des Antisemitismus“.[62] Diese gab ab 1933 die Zeitschrift Welt-Dienst. Internationale Korrespondenz zur Aufklärung über die Judenfrage heraus, die nun aber ganz von deutschen nationalsozialistischen Antisemit­Innen bestimmt war.[63] Nach dem Debakel der Vereinigungsversuche des europäischen Antisemitismus im 19. Jahrhundert mit seinen alarmistischen Sprechakten und seiner Politik des Spektakels wurden die Taten der von deutschen NationalsozialistInnen vereinigten AntisemitInnen im Europa des 20. Jahrhunderts mit dem „nationalsozialistischen Griff nach der Weltmacht“[64] eine „tödliche Gefahr für die Juden“[65], die zum Zivilisationsbruch in der europäischen Geschichte und zum Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden führte.[66]



[1] Essay zur Quelle: Bericht in der Staatsbürger-Zeitung Nr. 213, 12.09.1882 zum Internationalen Kongress zur Wahrung nichtjüdischer Interessen zu Dresden. Essay und Quelle sind in einer früheren Fassung online erschienen im Themenportal Europäische Geschichte, URL: www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-1481.

[2] Nipperdey, Thomas; Rürup, Reinhard, Antisemitismus, in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, Bd. 1 (1972), S. 129–153.

[3] Da es sich bei den antisemitischen Akteuren der hier untersuchten Zeit ausschließlich um Männer handelte, wird im Folgenden grundsätzlich die männliche Form für die Protagonisten des Antisemitismus gewählt.

[4] Nipperdey; Rürup, Antisemitismus, S. 135.

[5] Postone, Moishe, Die Logik des Antisemitismus, in: Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken 36 (1982), H. 1/12, S. 13–25, hier S. 22.

[6] Siehe dazu die Belege in: Wyrwa, Ulrich, Die Internationalen Antijüdischen Kongresse von 1882 und 1883 in Dresden und Chemnitz. Zum Antisemitismus als europäischer Bewegung, in: Themenportal Europäische Geschichte, URL: (01.04.2020).

[7] Zur Bedeutung der Sprechakttheorie von John Austin für die Antisemitismusforschung siehe: Walser Smith, Helmut, Die Geschichte des Schlachters. Mord und Antisemitismus in einer deutschen Kleinstadt, Göttingen 2002, S. 206–209.

[8] Wolf, Lucien, Art. „Anti-Semitism“, in: The Encyclopaedia Britannica.A Dictionary of Arts, Sciences, Literature and General Information (11th Edition) 2 (1910), S. 134–146.

[9] Stern, Edith, The Glorious Victory of Truth. The Tiszaeszlár Blood Libel Trial 1882–83.A Historical Legal Medical Research, Jerusalem 1998.

[10] Erneut war im Zusammenhang mit der Dreyfus-Affäre die Herausbildung einer europäischen Öffentlichkeit zu beobachten.Siehe dazu: Brennan, James F., The Reflection of the Dreyfus-Affair in the European Press 1897–1899 (Studies in Modern European History), Frankfurt am Main 1998.

[11] Zu den Begriffen Freiheit, Gleichheit, Solidarität alslieux de mémoire(dt. Erinnerungsort) Europas siehe: Gersmann, Gudrun, Liberté, Egalité, Fraternité, in: den Boer, Pim et al. (Hgg.), Europäische Erinnerungsorte, 2. Das Haus Europa, München 2012, S. 571–576.

[12] In zeitgenössischen Quellen wurde häufig auch der Vorname Victor gebraucht. Siehe dazu die Polizeiberichte im Landesarchiv Berlin: Acta des Königlichen Polizei-Präsidii zu Berlin betreffend den Internationalen Congress zur Wahrung nichtjüdischer Interessen, in: Landesarchiv Berlin (LAB Acta), A PR. Br. Rep. 030 Nr. 15226.

[13] [de Grousilliers,Hector], Internationaler Antisemiten-Congreß zu Dresden, in:DieWahrheit. Humoristisch-satirisches Wochenblatt, 10.06.1882.

[14] Die Post Nr. 228,23.08.1882.

[15] Vgl. Ferrari Zumbini, Massimo, Die Wurzeln des Bösen. Gründerjahre des Antisemitismus. Von der Bismarckzeit zu Hitler (Das Abendland. Forschungen zur Geschichte europäischen Geisteslebens; 32), Frankfurt am Main 2003, S. 260f.

[16] Polanyi, Karl, The Great Transformation.Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen, Frankfurt am Main 1978.

[17] Internationaler Congress zur Wahrung nichtjüdischer Interessen zu Dresden, in: Staatsbürger-Zeitung Nr. 213, 12.09.1882.Im Folgenden stammen alle Quellenzitate, soweit nicht anders vermerkt, aus der hier abgedruckten Quelle.Zur Charakterisierung der Zeitung siehe: Jahr, Christoph, Das Zentralorgan des Antisemitismus. Die Staatsbürger-Zeitung 1890–1914, in: Nagel, Michael; Zimmermann, Moshe (Hgg.), Judenfeindschaft und Antisemitismus in der deutschen Presse über fünf Jahrhunderte. Erscheinungsformen, Rezeption, Debatte und Gegenwehr, Bd. 1 (Studies in History and Language), Bremen 2013, S. 317–329.

[18] Diese Formulierung ist auf den Einladungskarten zur Berliner Vorbesprechung verwendet worden, in: LAB, Acta, fol. 19.

[19] Manifest an die Regierungen und Völker der durch das Judenthum gefährdeten christlichen Staaten laut Beschluss des Ersten Internationalen Antijüdischen Kongresses zu Dresden am 11. und 12. September 1882, Chemnitz 1882, S. 1.

[20] Ebd., S. 3.

[21] Ebd., S. 4.

[22] Ebd., S. 8.

[23] Ebd., S. 7.

[24] Ebd., S. 10.

[25] In Übertragung des von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in ihren Elementen des Antisemitismus in die Antisemitismusforschung eingebrachten Begriffe der Mimikry oder Mimesis. Horkheimer, Max; Adorno, Theodor W., Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Amsterdam 1947. Zum Begriff der Mimesis in der Dialektik der Aufklärung siehe: König, Helmut, Elemente des Antisemitismus. Kommentare und Interpretationen zu einem Kapitel der Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, Weilerswist 2016, S. 118–142.

[26] Im Gegensatz zu den europäischen Antisemiten hatten die europäischen Jüdinnen und Juden durchaus einen Begriff von Europa; siehe dazu: Wyrwa, Ulrich, Das Bild von Europa in der jüdischen Geschichtsschreibung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, in: Armborst, Kerstin; Schäufele, Wolf-Friedrich (Hgg.), Der Wert „Europa“ und die Geschichte. Auf dem Weg zu einem europäischen Geschichtsbewusstsein (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz; Beiheft online 2), Mainz 2007, Abschnitt 74–93. Online verfügbar unter: URL: (01.04.2020).

[27] Manifest an die Regierungen, S. 6.

[28] Ebd., S. 12f.

[29] Nicht nachgewiesener Zeitungsbericht, in: LAB, Acta, fol. 9.

[30] Siehe dazu: Ferrari Zumbini, Die Wurzeln des Bösen, S. 260f.

[31] Zu den internen Konflikten auf dem Dresdner Antisemitentag siehe: Wawrzinek, Kurt, Die Entstehung der deutschen Antisemitenparteien (1873–1890), Berlin 1927, S. 50–53; zu den verschiedenen Flügeln des antisemitischen Lagers siehe auch Berding, Helmut, Moderner Antisemitismus in Deutschland, Frankfurt am Main 1988, S. 86–110.

[32] Staatsbürger-Zeitung Nr. 214, 13.09.1882.

[33] Polizeibericht vom 28.09.1882, in: LAB, Acta, fol. 49.

[34] Manifest an die Regierungen, S. 16.

[35] Siehe dazu die Polizeiberichte und Zeitungsausschnittsammlung in: LAB, Acta, fol. 74–83.

[36] Narren und Schufte, in: Sozialdemokrat. Zentral-Organ der deutschen SozialdemokratieNr. 39, 21.09.1882.

[37] Vossische ZeitungNr. 428, 13.09.1882.

[38] Neue Freie Presse Nr. 6484, 14.09.1882.

[39] Kladderadatsch Nr. 43, 17.09.1882.

[40] Kölnische Zeitung, zit. nach der Wiedergabe in: Allgemeine Zeitung des Judenthums Nr. 39, 26.09.1882.

[41] Die Wahrheit Nr. 1, 06.01.1883.

[42] DiePost Nr. 74, 16.09.1883.

[43] Der Reichsbote Nr. 88, 17.04.1883.

[44] Montags-Zeitung Nr. 18, 31.04.1883.

[45] Unsere Bewegung im Reiche, in:Neue Deutsche Volkszeitung Nr. 98, 29.04.1883; siehe auch:Bericht über den 2. antijüdischen Congreß, einberufen durch die Allgemeine Vereinigung zur Bekämpfung des Judenthums (Alliance antijuive universelle), Chemnitz 1883.

[46] Unsere Bewegung im Reiche, in: Neue Deutsche Volks-Zeitung Nr. 98, 29.04.1883; siehe auch Bericht über den 2. antijüdischen Congreß, S. 2.

[47] Berliner Montags-Zeitung Nr. 18, 31.04.1883; Neue Freie Presse Nr. 6706, 29.04.1883.

[48] Unsere Bewegung im Reiche, in: Neue Deutsche Volks-Zeitung Nr. 99, 01.05.1883; siehe auchBericht über den 2. antijüdischen Congreß, S. 8.

[49] Die jüdische Presse. Organ für die Gesammtinteressen des Judenthums Nr. 18, 03.05.1883.

[50] Ich danke Damien Guillaume für die Bereitstellung der folgenden Zeitungsausschnitte.

[51] L’Anti-Semitique Nr. 10, 04.08.1883.

[52] L’Anti-Semitique Nr. 11, 11.08.1883.

[53] L’Anti-Semitique Nr. 15, 08.09.1883.

[54] L’Anti-Semitique Nr. 19, 06.10.1883.

[55] L’Anti-Semitique Nr. 21, 20.10.1883.

[56] L’Anti-Semitique Nr. 22, 27.10.1883.

[57] Congrès anti-sémitique à Paris en février 1884, in:L’Anti-Sémitique Nr. 27, 01.12.1883;La convocation au congrès international anti-sémitique, in: Ebd.Nr. 30, 22.12.1883.

[58] L’Anti-Sémitique Nr. 39, 24.02.1884.

[59] Vgl. die kurze Notiz in: Katz, Jacob, Vom Vorurteil bis zur Vernichtung. Der Antisemitismus 1700–1933, München 1989, S. 298.

[60] Allgemeine Zeitung des Judenthums Nr. 40, 28.09.1886.

[61] Onac, Iulia, „In der rumänischen Antisemiten-Citadelle“. Zur Entstehung des politischen Antisemitismus in Rumänien 1878–1914 (Studien zum Antisemitismus in Europa; 13), Berlin 2017, S. 110–113.

[62] Hagemeister, Michael, Die „Protokolle der Weisen von Zion“ vor Gericht. Der Berner Prozess 1933–1937 und die „antisemitische Internationale“ (Veröffentlichungen des Archivs für Zeitgeschichte des Instituts für Geschichte der ETH Zürich; 10), Zürich ²2017, S. 59–78.

[63] Eckart Schörle, Internationale der Antisemiten. Ulrich Fleischhauer und der „Welt-Dienst“, in: WerkstattGeschichte 51 (2009), S. 57–72; Plass, Hanno, Der Welt-Dienst. Internationale antisemitische Propaganda, in: Nagel; Zimmermann, Judenfeindschaft, Bd. 2, S. 821–840.

[64] Claussen, Detlev, Die Banalisierung des Bösen. Über Auschwitz, Alltagsreligion und Gesellschaftstheorie, in: Werz, Michael (Hg.), Antisemitismus und Gesellschaft. Zur Diskussion um Auschwitz, Kulturindustrie und Gewalt, Frankfurt am Main 1995, S. 13–28, hier S. 17.

[65] Arendt, Hannah, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus, München61986, S. 38.

[66] Diner, Dan (Hg.), Zivilisationsbruch. Denken nach Auschwitz, Frankfurt am Main 1988.


Internationaler Congress zur Wahrung nichtjüdischer Interessen zu Dresden (12. September 1882) [1]

[Inhaltlich unveränderte Version: 2009]

Der internationale Congress zur Wahrung nichtjüdischer Interessen wurde am Sonnabend-Abend mit einer Begrüßungsfeier im Weißen Saale des Helbig’schen Elbetablissement eröffnet, zu der sich etwa 150 Teilnehmer - auch einige Damen waren zugegen - eingefunden hatten, darunter mehre Russen und Österreicher und etwa 10 Ungarn, an ihrer Spitze die Reichstagsabg. Victor Istoczy, Geza v. Onody, der Besitzer von Tisza-Eszlar, und Simonyi, ferner die Redakteure des „Egyetértés“ und des „Flüggetlensez“. Berlin war an diesem ersten Abend nur schwach, durch etwa 30 Personen vertreten. Die Ungarn wurden bei ihrem Erscheinen von allen Seiten aufs herzlichste begrüßt und bildeten auch den ganzen Abend über den Mittelpunkt der Gesellschaft.

Der Festsaal war geschmackvoll decorirt, den Hintergrund der Rednertribünde bildete ein Palmenhain aus dem die Büsten des deutschen Kaisers, des Königs von Sachsen und des Kaisers von Österreich hervorragten. Lebhaftes Interesse erregte, auch ein halblebensgroßes Gemälde der Esther Solymossi[2], gemalt von Abranyo, welches von Herrn v. Onody ausgestellt war und das unglückliche Mädchen in ihrer historischen Kleidung darstellt. Die Gesichtszüge zeugen von kindlicher Unschuld, der Ausdruck ist jedoch bei den wenig geistvollen braunen Augen ein stupider. Esther ist barfuß stehend in einer trübe beleuchteten Landschaft gemalt, deren Hintergrund die Synagoge von Tisza-Eszlar mit dem davorstehenden einstöckigen Schlachterhause bildet. Ein blaugemustertes Kattunkleid, rothwollene Schürze, eine andersfarbige Taille und ein gelbes übereinander geschlagenes Brusttuch bilden die Kleidung, das Gesicht wird von einem weißpunktirten Kopftuch umrahmt.

Der Abend wurde in geselliger Unterhaltung und unter Ausbringung von Toasten auf den König von Sachsen und einige der hervorragendsten Teilnehmer verbracht. Der Gesang eines Liedes, dessen Schluss der Vers bildete:

„Bald, Germanen, sei es wieder

Deutsch ist deutsches Vaterland!“

trug nicht wenig zu der animierten Stimmung, welche die Festgenossen bis spät in die Nacht hinein zusammenhielt, bei.

Am Sonntag fand vormittags eine Zusammenkunft der Delegierten der deutschen Reformvereine in Helbig’s Etablissement statt; es waren etwa 100 Personen anwesend, darunter die Delegierten der Vereine in Berlin, Dresden, Breslau, Bischofswerda, Mannheim, Chemnitz, Kassel und der Antisemitismusliga in Berlin. Das Bureau wurde aus den Herren Pinkert-Waldegg, Pickenbach, Dr. Henschel und Schmeitzner gebildet. Demnächst kamen mehrere Glückwunsch-Schreiben und Telegramme zur Verlesung.

Dr. Wennberg (Berlin) spricht für Wiedereinführung der Schuldhaft. Hiergegen erklären sich jedoch sämtliche Anwesende worauf der Antrag abgelehnt wird. Dr. Ziegler (Breslau) beantragt einen Paragraphen in das Strafgesetz aufzunehmen, wonach derjenige mit 5 bis 10 Jahren Zuchthaus bestraft wird, der in Concurs geräth, ohne nachweisen zu können, daß dies ohne sein Verschulden geschehen ist. Auch dieser Antrag wird abgelehnt und die Sitzung bis zum Abend vertagt.

Am Festdiner, welches im sogenannten „Weißen Saale“ des Etablissement stattfand, nahmen etwa 150 Personen theil. Die Ehrenplätze hatten die ungarischen Abgeordneten inne. Aus Berlin waren am Morgen noch 50 Teilnehmer eingetroffen, auch aus anderen Städten waren noch Nachzügler erschienen. Toaste auf die Gäste, Kaiser Wilhelm, den König von Sachsen und den Kaiser von Österreich und Fürst Bismarck als Urheber der antisemitischen Bewegung folgten in rascher Reihenfolge.

Pünktlich zur festgesetzten Stunde erfolgte das Einsteigen zur Festfahrt auf der Elbe. Außer den Congressmitgliedern nahmen viele ihrer Angehörigen, darunter eine Anzahl Damen, an der Fahrt theil, die in dem Vergnügungslokal Wachwitzhöhe ihr Ende erreichte. Nachdem man dort in zwangloser Unterhaltung den Nachmittag verbracht hatte, vereinigte eine gesellige Zusammenkunft in den Meinhard’schen Sälen zu Dresden die Festteilnehmer. Declamatorische und musikalische Vorträge wechselten mit Festreden ab, deren vorzüglichste ohne Zweifel diejenige des Abg. Simonyi war. Unter anderem führte er aus: Die Juden haben der Masse der Völker gegenüber eine Phalanx gebildet. Der Jude liebt sein Volk und dessen Tradition, die ihm die Herrschaft über alle anderen Völker verspricht. Dieser Tradition hat die Neuzeit Vorschub geleistet. Die Juden betrachten den rücksichtlosen Kampf um ihre Sache als etwas Nationales, Edles und Gottgefälliges, deshalb ist der Antisemitismus eine gesunde Reaction gegen die Auswüchse des Realismus, des Individualismus und des Parlamentarismus. Zu positivem Schaffen müssen wir uns die Hände reichen. Wir müssen die Macht der Association zuhilfe nehmen und das Privatinteresse mit dem öffentlichen Wohl zu vereinigen suchen. Dies ist möglich durch corporative Vereinigungen, die das Recht haben, Behörden zu bilden und ihre Abgeordneten in die Communen und die gesetzgebenden Körper zu senden. Dadurch würde das Standesbewußtsein gehoben, der Schachergeist unterdrückt. Gründlichkeit und Fachkenntnis würde man bei den Abgeordneten finden gegenüber dem jetzigen Zustande, wo jeder derselben ein Universalgenie sein muss, und durch Parteitaktik oder Zufall zu seinem Sitz im Parlament gelangt. Gewerbefragen würden wirksamer gelöst und Scheidewände der Nationalitäten und der Religionen werden dann fallen und die Gesellschaft sich um die Arbeit scharen. Dieser auf einer Demokratie beruhende Vorschlag sei ein gesunder und realer, der keine Utopien erstrebt, deshalb stemmen sich auch die Juden mit aller Energie gegen denselben und werden alles Raffinement anwenden, die jetzigen Zustände zu consolidieren, sie erstreben den schmutzigen Conservativismus des Schachers und des Geldsacks. Sie wollen die Sonne verhängen nicht mit Kutten, sondern mit Börsen- und Zeitungspapieren (Stürmischer Beifall) und mit dem Talar des Rabbiners, der vom Blut trieft (Beifall). Sie halten jene barbarische Tat in Dunkelheit, damit das Goldene Kalb umsomehr glänze und andere Völker vor ihm niedersinken. Die Idee des Christentums hat die Religion des Altertums verdrängt; im christlichen Sinne muss auch die Antisemitistenfrage gelöst werden, nur dann werden wir ausrufen können, daß der Sieg unser sei. - Stürmischer Beifall lohnte dem Redner.

Um 11 Uhr erschien, lebhaft begrüßt, Hofprediger Stöcker. Derselbe dankte in warmen Worten und wünschte dem Congress gedeihen. Alles Große müsse international sein, das beweise die Goldene und die Rothe Internationale. Die antisemitische Vereinigung brauche sich nicht mehr vor den Juden zu fürchten, sondern die Juden fürchten sich vor ihr, diesen Erfolg habe man in Berlin erreicht, und bei Einigkeit und tüchtiger Arbeit werde dies in jeder Stadt möglich sein. In diesem Sinne begrüße der den Congress. - Die Abendunterhaltung verlief in harmonischer und gemütlicher Weise. Der eigentliche Congress begann am Montag um 10 Uhr, etwa 300 Personen nahmen an der ersten Veranstaltung teil, der Major v. Bredow an erster und Abg. v. Istoczy an zweiter Stelle präsidirte. Nach einem Hoch auf Kaiser Wilhelm ergriff Hofprediger Stöcker das Wort, um eine Anzahl von Thesen aufzustellen, welche sich auf die gesetzliche Neuregelung der Behandlung der Juden beziehen. Zur Beratung dieser Thesen wurde eine Commission gewählt.

Hierauf erhob sich eine Diskussion über die Zulassung der Zeitungsberichterstatter, denen schließlich die Teilnahme gestattet wurde, wenn sie sich verpflichteten, ihre Berichte dem Vorstande vorzulegen.

Dr. Förster verbreitete sich über die allgemeinen Ziele der Bewegung, während Liebermann v. Sonnenberg Mittel und Wege zur Verwirklichung der Thesen angewiesen haben wollte.

Dr. Henrici will die möglichen Differenzpunkte in den Thesen erörtern. Es seien auf gesetzlichem Wege Mittel zu finden, den Juden den Aufenthalt entweder unrentabel oder ungemütlich zu machen. [...] Wo die Juden bleiben wollen, sei ihre Sache. Es komme also darauf an die Regierungen und Völker in diesem Sinne eine Pression zu üben. Das Judentum, welches ein Staat im Staate sei, müsse staatsrechtlich behandelt werden.

Hofprediger Stöcker: Man dürfe nicht beschließen, was unausführbar sei, das Vorgeschlagene sei praktisch unmöglich. Möglich sei aber, ein internationales Centralkomité zu bilden und eine internationale Revue herauszugeben, die die Judenfrage fortlaufend behandle. Das sei das beste Bollwerk gegen die Alliance israelite. Der Henrici’sche Vorschlag sei ein phantastischer. Man müsse von christlichem Boden aus die unter uns wohnenden zu bekämpfen suchen, sonst machen wir uns der Festhaltung der Rasseneigen­thümlichkeit, die wir bei den Juden tadeln, selbst schuldig. Wenn man heute in Deutschland abstimmen lassen würde, ob Juden oder Antisemiten Europa verlassen sollen, so würde man die von letzteren fordern. (Unruhe und Widerspruch), das beweisen die Reichstagswahlen. Wenn man kein anderes Mittel gegen die Juden kenne, als die Austreibung, so sei dies ein Zeichen der Schwachheit für die eigene Art. Fasse man derartige Beschlüsse, so discreditiere man die Bewegung in den Augen nüchterner Menschen. Man werde dann sagen, in Dresden sei eine Schar von Träumern zusammengewesen. (Unruhe und Beifall)

Dr. v. Istozy schlägt ein Manifest an die Regierungen und Völker vor, welche Juden unter sich haben. In diesem Manifest wird das Judentum als Erzfeind der europäischen Völker hingestellt. Die Ideen der französischen Revolution hätten die Schranken zwischen Juden und Christen niedergerissen, während die während die jüdische Rasse ebensowenig Gleichheit will, indem sie sich für das auserwählte Volk hält, wie Brüderlichkeit. Dadurch habe man den Juden die Mittel zur Weltherrschaft gegeben, sie gebieten über das Kapital, den Credit, über den Ackerbau und die Industrie. Bauern und Industrielle seien ihnen tributpflichtig, ihre Spitze sei die Rothschild-Dynastie, die bei jedem europäischen Kriege ihre Millionen verdopple. Das nationale Unglück sei ihr Glück. Die nationalen Banken seien nur noch Judenagenturen. Die Presse wagt dem Judentum gegenüber erst in allerneuester Zeit Klage zu erheben. Die Juden spenden Lob und Tadel über Lebende und Todte, Herrscher und Unterthanen. Die Gunst der Judenpresse, die Jedermann zu erstreben suchen muss, der etwas erreichen will, untergräbt das moralische Selbstbewusstsein. Die Juden nisteten sich in das Treibhaus des Liberalismus ein und wuchsen dort, ebenso wie im Freimaurerthum, zu einer dominierenden Stellung. Letzteres haben die Juden verfälscht und untergraben dadurch das Christenthum, ohne welches kein arisches Volk bestehen kann und welches jedem Volke feste moralische und soziale Grundlagen gegeben hat. Der Jude bekennt sich als Kosmopolit zu dem Princip: Ubi bene ibi patria. [...] Einzelne gesetzliche Bestimmungen reichten nicht aus gegen das Judenthum, das beweise die Geschichte von Jahrhunderten, durch sie werde ein modus vivendi nicht hergestellt. Die Regierungen müssten die gleichberechtigenden Bestimmungen für die Juden aufheben, die Völker sich von den Juden zurückziehen und den christlichen Standpunkt festhalten. - Dem umfassenden Vortrage folgte lebhafter Beifall.

Enthüllung des Porträts von Esther Solymossi durch Géza Ónody auf dem Dresdner Antisemitenkongress.[3]


[1] Internationaler Congress zur Wahrung nichtjüdischer Interessen zu Dresden, in: Staatsbürger-Zeitung Nr. 213, 12.09.1882.

[2] Name des Mordopfers in Tisza-Eszlar, Anm. U.W.

[3] Porträt von Esther Solymossi in: Borsszem Jankó, 17.09.1882. Ich danke Daniel Véri für den Hinweis auf diese Abbildung.


Für das Themenportal verfasst von

Ulrich Wyrwa

( 2021 )
Zitation
Ulrich Wyrwa, Vereinigungsversuche antisemitischer Akteure in Europa. Die Internationalen Kongresse 1882 und 1883 in Dresden und Chemnitz, in: Themenportal Europäische Geschichte, 2021, <www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-97317>.
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