Ein vergessener Paradigmenwechsel? Geschichtswissenschaft und Politik im östlichen Europa

Der Regimewandel in Ostmittel- und Südosteuropa 1989 und die Implosion der Sowjetunion samt Hegemonialsphäre 1991 haben im Bereich der Geschichtswissenschaft gleich zwei gravierende Folgen gezeitigt: Zum einen haben Historikerinnen und Historiker im östlichen Europa an präkommunistische Historiographietraditionen angeknüpft sowie den Anschluss an internationale Standards und Trends gesucht. Und zum anderen hat die internationale Geschichtsforschung ein neues Interesse an der Geschichte des östlichen Europa im Allgemeinen und an seiner geschichtswissenschaftlichen Produktion im Besonderen entwickelt.

Ein vergessener Paradigmenwechsel? Geschichtswissenschaft und Politik im östlichen Europa[1]

Von Stefan Troebst

Der Regimewandel in Ostmittel- und Südosteuropa 1989 und die Implosion der Sowjetunion samt Hegemonialsphäre 1991 haben im Bereich der Geschichtswissenschaft gleich zwei gravierende Folgen gezeitigt: Zum einen haben Historikerinnen und Historiker im östlichen Europa an präkommunistische Historiographietraditionen angeknüpft sowie den Anschluss an internationale Standards und Trends gesucht. Und zum anderen hat die internationale Geschichtsforschung ein neues Interesse an der Geschichte des östlichen Europa im Allgemeinen und an seiner geschichtswissenschaftlichen Produktion im Besonderen entwickelt. „We thought that it would be helpful to specialists on West European, American, and world history to know more about the historiographic traditions of East European countries and their fate in the period of Communist rule as means of assisting the reintegration of East European history into research and teaching elsewhere”, hieß es etwa 1992 im Editorial zum Oktober-Heft von American Historical Review mit dem Schwerpunktthema “Historiography of the Countries of Eastern Europe”.[2] Und ein Jahrzehnt später nahm dieses Interesse handfeste Form in Gestalt einschlägiger Spezialuntersuchungen an. Klio ohne Fesseln? Historiographie im östlichen Europa nach dem Zusammenbruch des Kommunismus lautete der Titel eines 2002 erschienenen Tagungsbandes, (Re)Writing History. Historiography in Southeast Europe after Socialism heißt ein weiteres Sammelwerk aus dem Jahr 2004, mit Narratives Unbound. Historical Studies in Post-Communist Eastern Europe ist eine handbuchähnliche Aufsatzsammlung aus dem Jahr 2007 betitelt und mit Past in the Making. Historical Revisionism in Central Europe after 1989 überschrieben ist ein weiterer Sammelband von 2008.[3]

Herausgeber und Autoren all dieser Nach-„Wende“-Publikationen verwenden einige Mühe darauf, neben dem 1989/91 frei gesetzten Innovationspotential der Historikerschaften in der Osthälfte Europas auch deren schweres Gepäck aus den staatssozialistischen Jahrzehnten zu analysieren. Die hypertrophierten Geschichtsforschungsapparate des Kommunismus, so das Ergebnis, bestehen zwar überwiegend fort, sind aber unterfinanziert, überaltert und in der Regel methodisch wie theoretisch zurückgeblieben. Zugleich sind Internationalisierung- und Verwissenschaftlichungstendenzen ebenso unübersehbar wie ein dramatischer brain drain jüngerer Geistes- und Sozialwissenschaftler. Vor allem aber ist eine anhaltende nationalhistorische Blickverengung sowie eine enge Verflechtung der „beamteten“ Historikerschaft mit den neuen politischen Eliten festzustellen. Diesbezüglich ein regelrechtes Aha-Erlebnis löste in einer breiteren europäischen Öffentlichkeit im Frühsommer 2007 der von Ultrationalisten bis Postkommunisten reichende militante Protest im neuen EU-Mitgliedsstaat Bulgarien gegen ein von zwei deutschen Stiftung gefördertes kunsthistorisches Ausstellungsprojekt aus, in welchen ein petrifizierter Erinnerungsort bulgarischer Nationalgeschichte kritisch hinterfragt werden sollte.[4]

Die Überraschung sowohl über die Dominanz nationalfixierten Denkens in Geschichtswissenschaft, Politik und Öffentlichkeit Bulgariens als auch über das enge Zusammenwirken von Politikern und Historikern dort deutet auf profunde Unkenntnis nicht nur der Nach-1989-Entwicklung, sondern gerade auch auf eine solche der Vor-„Wende“-Zeit hin. Denn beides, Nationalismus und Politik-Historiographie-Nexus, waren nicht nur im bulgarischen Fall Charakteristika des Spätkommunismus.[5] Die Entstalinisierung der fünfziger Jahre hatte im Verlauf der sechziger in Politik wie Geschichtsschreibung eine Liberalisierung in Form einer Rehabilitierung des zuvor als „großbulgarischer Chauvinismus“ kritisierten „sozialistischen Patriotismus“ bewirkt, die einem veritablen Paradigmenwechsel gleich kam. Zugleich wurde nun für höhere Parteikader und Staatsfunktionäre ein Hochschulstudium zum Muss – und hierbei entwickelte sich ein Geschichtsdiplom zur universal einsetzbaren Schlüsselqualifikation, da mit der marxistisch-leninistischen Ideologie bestens kompatibel. Diplomierte und promovierte Historiker wechselten so im Dutzend aus Lehre und Forschung ins Zentralkomitee und in die zahlreichen Fachministerien, gar ins Politibüro und in den Ministerrat, und bestimmten von ihren neuen Positionen aus die Schwerpunktsetzung der in Forschungsinstituten, Universitäten, Parteihochschulen und im Schulwesen tätigen Historiker entscheidend mit. Extremfälle sind die von 1971 bis zu ihrem Tod 1981 als Kulturministerin tätige Historikerin Ljudmila Živkova, eine Tochter des Partei- und Staatschefs der Jahre 1956-1989 Todor Živkov[6], oder der seit 2001 amtierende Staatspräsident Georgi Parvanov, der 1988 im Fach Geschichte an der Kliment-Ochridski-Universität in Sofija promoviert hat und anschließend im Institut für Geschichte der Bulgarischen Kommunistischen Partei tätig gewesen ist.[7] Mit anderen Worten: Die weitgehende Fokussierung auf die eigene Nationalgeschichte (samt eifersüchtiger Bewahrung der im 19. Jahrhundert kodifizierten nationalen Meistererzählung) sowie die überaus enge institutionelle wie vor allem personelle Verflechtung mit Staatsapparat und Parteienwesen sind keine Entwicklungen der bulgarischen Nach-„Wende“-Zeit, sondern indirekte Folgen des ideologischen „Tauwetters“ der 1950er Jahre. Und zugleich sind beide Phänomene mitnichten Besonderheiten des kommunistischen wie postkommunistischen Bulgarien, treten sie doch in ähnlicher Form in den Nachbarstaaten Rumänien, Serbien und Makedonien, auch in Griechenland und der Türkei, sowie in Albanien, den übrigen postjugoslawischen Staaten, in Ostmitteleuropa einschließlich den postsowjetischen baltischen Staaten sowie im GUS-Bereich auf.

Eben die Wechselseitigkeit von Ideologie und Historiographie, von Politik und Geschichtswissenschaft im sowjetische dominierten Teil Europas zu Zeiten des Kalten Krieges war in den Jahren 1976 bis 1982 Gegenstand eines groß angelegten, von der Stiftung Volkswagenwerk (heute VolkswagenStiftung) geförderten Forschungsprojekts am Seminar für Osteuropäische Geschichte der Universität zu Köln gewesen. Dass das Wissen um die zahlreichen und überaus spezifischen Ergebnisse dieser Gemeinschaftsunternehmung, an der mehr als 30 westdeutsche, schweizerische und österreichische Osteuropahistoriker beteiligt waren, nicht über das Epochenjahr 1989 hinaus reichte, lag an zwei Besonderheiten dieses Projekts: Zum einen ist die einzige synthetisierende projektnahe Publikation, der Protokollband einer Fachtagung aus dem Jahr 1977, nicht veröffentlicht, sondern lediglich in hektographierter Form in einigen wenigen Dutzend Exemplaren distribuiert worden.[8] Und zum anderen sind weder die auf etliche Periodika verstreuten und in Aufsatzform veröffentlichten Forschungs- und Literaturberichte des Projekts noch die nicht veröffentlichten Projektergebnisse in einer zusammenfassenden Publikation präsentiert worden. Immerhin ermöglicht der in Manuskriptform erhaltene Abschlussbericht des Projektleiters eine weitgehende Rekonstruktion der Projektprodukte und ihre bibliographische Erfassung.[9]

Initiator, Antragsteller und Leiter des Projekts „Die Interdependenz von Historiographie und Politik in Osteuropa“ war der in Köln wirkende Osteuropahistoriker Günther Stökl (1916-1998). Nach dem Studium der Slavistik und Geschichte in Königsberg reichte der protestantische Österreicher 1938 in Breslau eine Dissertation zu einem frühneuzeitlichen Thema ein, wurde jedoch erst 1940 promoviert, nachdem er den Dissertationstitel dem zeitgenössischen Sprachgebrauch angepasst hatte.[10] Nach Wiener Dozentenjahren und der Habilitation 1953 mit einer Arbeit zum Kosakentum[11] übernahm er 1956 den neu geschaffenen Kölner Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, auf dem er 1981 emeritiert wurde.[12] 1962 erschien seine (mittlerweile in sechster Auflage lieferbare) Russische Geschichte, die ihn über die engeren Fachgrenzen hinaus bekannt machte.[13] Zugleich entfaltete Stökl eine intensive Tätigkeit als Wissenschaftsmanager und Politikberater: Von 1966 bis 1991 war er verantwortlicher Herausgeber des Fachorgans Jahrbücher für osteuropäische Geschichte, saß in den Leitungsgremien des Bundesinstituts zur Erforschung des Marxismus-Leninismus/Institut für Sowjetologie (später: Bundesinstituts für internationale und Ostwissenschaftliche Studien - BIOst) in Köln sowie der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde in Berlin und gründete 1980 den Verband der Osteuropahistoriker e. V. (VOH). Obwohl primär mit der Geschichte Altrusslands und des Moskauer Staates befasst[14], galt Stökls besonderes Interesse der schwierigen Geschichte seines Faches im deutschen Sprachraum – und damit zwangsläufig den Interferenzen zwischen historischer Osteuropaforschung und der jeweiligen deutschen Osteuropapolitik. Zahlreiche Aufsätze[15], vor allem aber sein zweites Erfolgsbuch Osteuropa und die Deutschen[16] belegen dies, wobei seine kritischen Anmerkungen zur mitunter bedenklichen Nähe von historischer Osteuropaforschung und politisierter Ostforschung nicht zuletzt seiner österreichische Perspektive wegen in (West-)Deutschland auf Gehör stießen.[17]

Dergestalt mit dem Politik-Historiographie-Nexus befasst, lag es für Stökl gleichsam nahe, auch die wechselseitige Abhängigkeit von Geschichtswissenschaft und Herrschaftssystem in kommunistischen Gesellschaften in den Blick zu nehmen. Der eigentliche Impuls hierzu dürfte ein doppelter gewesen sein: Erstens, Stökl stand seit längerem in engem Kontakt mit dem gleichfalls in Köln tätigen und ebenfalls aus Österreich stammenden Politikwissenschaftler Kurt Marko, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter des genannten BIOst unter anderem mit der Analyse sowjetischer Wissenschaftspolitik einschließlich der Steuerung der Geschichtswissenschaft durch die KPdSU befasst war.[18] Entsprechend lud Stökl den in Historikerfachkreisen weitgehend unbekannten Marko ein, auf der besagten Wiesseer Tagung von 1976 einen resümmierenden Schlussvortrag zu halten.[19] Und zweitens, das 1971 erschienene Buch Politics and History in the Soviet Union der US-amerikanischen Russlandhistorikerin Nancy W. Heer hatte die sowjetische (Partei-)Geschichtsschreibung als „an extremely sensitive subsystem that displays the larger political system in high relief“ beschrieben.[20] „Post-Stalin historiography of the CPSU“, so Heer kategorisch, „should be viewed not as a mere reflection of politics but as a microcosm of the macrocosm that ist the Soviet sociopolitical system.“[21] Entsprechend wurden Heers Thesen auf der genannten Tagung häufig zitiert. Keine Querverbindung gab es indes zwischen dem Stöklschen Projekt und parallelen westdeutschen Ansätzen qualitativer wie vor allem quantifizierender Untersuchungen zu den Geschichtswissenschaften im sowjetischen Hegemonialbereich[22] oder zur Parteilichkeitsproblematik in der DDR-Historiographie[23], schon gar nicht zu blockinternen dissidenten Analysensätzen zu Intelligentsia und Macht.[24]

Im Zuge seiner Realisierung in den Jahren 1976 bis 1982 erfuhr das ursprünglich flächendeckend und systematisch angelegte Stöklsche Projekt regionale und thematische Schwerpunktsetzungen: Von den drei Teilregionen Südosteuropa, Ostmitteleuropa und UdSSR/Russland wurde lediglich die erste vollständig in Form von in der Regel zwei Forschungsberichten pro nationalem Fall (Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, Albanien) abgedeckt. Bezüglich Ostmitteleuropa erschienen zwei Forschungsberichte zur Tschechoslowakei, aber keiner zu Polen. Und die beiden Berichte zur UdSSR behandelten ausschließlich die Historiographie der nicht-russischen Nationen und Ethnien. Diese Lücken wurden nur partiell durch den Wiesseer Tagungsband geschlossen, dessen Existenz allerdings, wie gesagt, nur Insidern bekannt war. Immerhin waren hierin sechs Beiträge zur Geschichte der Geschichtsschreibung über die russischen Reichsbildungen und die Sowjetunion enthalten, zwei zur polnischen Historiographie und drei zur tschechoslowakischen Geschichtswissenschaft. Einige von ihnen beruhten auf bereits publizierten Forschungsergebnissen.[25]

Drei Beiträge des Stöklschen Projekts wuchsen sich zu Monographien aus[26], wohingegen zwei weitere zwar erstellt, aber nicht veröffentlicht wurden. Die meisten Forschungsberichte erschienen in Stökls „Hauszeitschrift“ Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, zwei im Jahrbuch des Münchner Südost-Instituts, den Südost-Forschungen. Sämtliche Projektergebnisse wurden in deutscher Sprache erstellt und veröffentlicht – ein Umstand, welcher der Verbreitung der Projektergebnisse im englischsprachigen Raum zwar nicht förderlich war, aber dennoch das gänzlich ausbleibende britische wie nordamerikanische Echo nicht erklären kann. Denn Stökl kooperierte seit eng mit dem Russlandhistoriker Samuel H. Baron von der University of North Carolina in Chapel Hill, dem damals führenden US-amerikanischen Experten für die sowjetische Historiographiegeschichte.[27] Baron war überdies Doktorvater der genannten Nancy W. Heer gewesen, mit der zusammen er 1977 einen Sammelband zur Sowjethistoriographie veröffentlichte.[28]

Die Nicht-Rezeption der Ergebnisse des Stökl-Projekts in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren seitens der angloamerikanischen Osteuropaforschung erklärt wiederum die eingangs genannte Unkenntnis der internationalen Forschung zur Historiographiegeschichte des östlichen Europa, wie sie in deren Veröffentlichungen seit 1989 und vor allem seit 2002 – mit nur wenigen Ausnahmen[29] – zutage tritt. Dass ethnozentrische Sichtweisen die Geschichtswissenschaften von Tallinn bis Tirana nicht erst seit 1989/91, sondern bereits seit den 1960er Jahren prägen, und dass Rekrutierungsmuster von Eliten durch einen Regimewandel nur partiell verändert werden, diesen Paradigmenwechsel haben Günther Stökl und seine Mitstreiter bereits um 1980 im Detail belegt.


[1] Essay zur Quelle: Stökl, Günther: Schlussbericht über das Forschungsprojekt „Die Interdependenz von Historiographie und Politik in Osteuropa“ (Köln, 6. Januar 1983).

[2] O. A., In This Issue, in: American Historical Review 97 (1992), S. x.

[3] Ivaniševic, Alojz u. a. (Hgg.), Klio ohne Fesseln? Historiographie im östlichen Europa nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, Wien 2002; Brunnbauer, Ulf (Hg.), (Re)Writing History. Historiography in Southeast Europe after Socialism, Münster 2004; Antohi, Sorin; Trencsényi, Balász; Apor; Péter (Hgg.), Narratives Unbound. Historical Studies in Post-Communist Eastern Europe, Budapest 2007; Kopecek, Michal (Hg.), Past in the Making. Historical Revisionism in Central Europe after 1989, Budapest 2008.

[4] Troebst, Stefan, „Budapest“ oder „Batak“? Varietäten südosteuropäischer Erinnerungskulturen. Eine Einführung, in: Brunnbauer, Ulf; Troebst, Stefan (Hgg.), Zwischen Nostalgie und Amnesie: Die Erinnerung an den Kommunismus in Südosteuropa, Köln 2007, S. 15-26. Zum Projekt selbst vgl. Baleva, Martina; Brunnbauer, Ulf (Hgg.): Batak – ein bulgarischer Erinnerungsort. Ausstellung / Batak kato mjasto na pametta. Izložba, Sofia 2007.

[5] Vgl. zum polnischen, tschechoslowakischen und ungarischen Fall Hadler, Frank, Drachen und Drachentöter. Das Problem der nationalgeschichtlichen Fixierung in den Historiographien Ostmitteleuropas nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Conrad, Christoph; Conrad, Sebastian (Hgg.), Die Nation schreiben. Geschichtswissenschaft im internationalen Vergleich, Göttingen 2002, S. 137-164.

[6] Mitewa-Michalkowa, Rumjana: Ästhetische Erziehung auf dem Weg Bulgariens nach Europa. Die Kulturpolitik Ljudmila Živkovas in den 1970er Jahren. In: Themenportal Europäische Geschichte (2009), URL: .

[7] Troebst, Stefan, Geschichtswissenschaft im postkommunistischen Ost(mittel)europa. Zwischen Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur, in: DeutschlandArchiv 42 (2009), S. 87-95, hier S. 92-95.

[8] Stökl, Günther (Hg.), Die Interdependenz von Geschichte und Politik in Osteuropa seit 1945. Historiker-Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e. V., Berlin, vom 9.-11. 6. 1976 in Bad Wiessee. Protokoll. Hektographiertes Manuskript, Stuttgart 1977.

[9] Vgl. die zu diesem Essay gehörige Quelle: Stökl, Günther: Schlussbericht über das Forschungsprojekt „Die Interdependenz von Historiographie und Politik in Osteuropa“ (Köln, 6. Januar 1983).

[10] Stökl, Günther, Die deutsch-slawische Südostgrenze des Reiches im 16. Jahrhundert. Ein Beitrag zu ihrer Geschichte, dargestellt anhand des südslawischen Reformationsschrifttums, Breslau 1940.

[11] Stökl, Günther, Die Entstehung des Kosakentums, München 1953.

[12] Zu seiner Biographie vgl. Geyer, Dietrich, Osteuropa im Blick. Historiker Günther Stökl gestorben, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 73 vom 27. März 1998, S. 44; Lemberg, Hans, Elegant kritisch. Zum Tod des Osteuropaforschers Günther Stökl, in: Süddeutsche Zeitung vom 28./29. März 1998, S. 17; Die Herausgeber: Günther Stökl 16. 1. 1916 – 20. 3. 1998, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 46 (1998), S. 469; Leitsch, Walter, Einige Erinnerungen an Günther Stökls Dozentenjahre in Wien (1949-1956), in: ebd., S. 470-471; Nitsche, Peter, Günther Stökls Kölner Jahre, in: ebd., S. 471-473.

[13] Stökl, Günther, Russische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 1962 (6., erw. Aufl. 2009).

[14] Stökl, Günther, Das Bild des Abendlandes in den altrussischen Chroniken, Köln 1965; Ders., Der russische Staat in Mittelalter und Früher Neuzeit. Ausgewählte Aufsätze, Wiesbaden 1981.

[15] Stökl, Günther, Die kleinen Völker und die Geschichte, in: Historische Zeitschrift 212 (1971), S. 19-40; Ders., Osteuropa – Geschichte und Politik, in: 29. Jahresfeier am 23. Mai 1979 (Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften. Geisteswissenschaften. Vorträge G 238), Opladen 1979, S. 13-29; Ders., Zum Selbstverständnis des Faches Osteuropäische Geschichte, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 32 (1984), S. 481-487; Ders., Das Studium der Geschichte Osteuropas von den Anfängen bis 1933, in: Oberländer, Erwin (Hg.), Geschichte Osteuropas. Zur Entwicklung einer historischen Disziplin in Deutschland, Österreich und der Schweiz 1945-1990, Stuttgart 1992, S. 3-11.

[16] Stökl, Günther, Osteuropa und die Deutschen. Geschichte und Gegenwart einer spannungsreichen Nachbarschaft, 3. Aufl., Stuttgart 1982 (2. Aufl. München 1970; 1. Aufl. Oldenburg 1967).

[17] So Geyer, Dietrich, Osteuropäische Geschichte und das Ende der kommunistischen Zeit, Heidelberg 1996, S. 27. – Zur Geschichte der historischen Osteuropaforschung sowie der Ostforschung in Deutschland vgl. zuletzt Beer, Matthias, Seewann, Gerhard (Hgg.), Südostforschung im Schatten des Dritten Reiches. Institutionen – Inhalte – Personen, München 2004; Dahlmann, Dittmar (Hg.), Hundert Jahre Osteuropäische Geschichte. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Stuttgart 2005, und Unger, Corinna, Ostforschung in Westdeutschland: Die Erforschung des europäischen Ostens und die Deutsche Forschungsgemeinschaft, 1945-1975, Wiesbaden 2007.

[18] Marko, Kurt, Sowjethistoriker zwischen Ideologie und Wissenschaft. Aspekte der sowjetrussischen Wissenschaftspolitik seit Stalins Tod, 1953-1963, Köln 1964; Ders., Streit in der sowjetischen Geschichtswissenschaft. Notiz zur ideologischen Gegenwartssituation in der Sowjetunion (Berichte des Bundesinstituts für Ostwissenschaftliche und Internationale Studien, 23-1972), Köln 1972.

[19] Marko, Kurt, Zusammenfassung, in: Stökl (Hg.), Die Interdependenz von Geschichte und Politik in Osteuropa seit 1945, S. 214-228.

[20] Heer, Nancy W., Politics and History in the Soviet Union, Cambridge, Mass., 1971, S. 58.

[21] Ebd., S. 270. Ähnlich auch Bonwetsch, Bernd, Oktoberrevolution. Legitimationsprobleme der sowjetischen Geschichtswissenschaft, in: Politische Vierteljahresschrift 17 (1976), S. 199-186.

[22] Deutsch, Robert; Schröder, Wilhelm Heinz, Quantitative Analyse der rumänischen Historiographie. Eine quantitative Analyse zur Wissenschaftsforschung, Köln 1976. Siehe auch Molnár, Miklós; Deutsch, Robert, Histoire et sciences historiques dans les pays socialistes d’Europe. Esquisse d’une typologie historiographique, in: Le Mouvement sociale 111 (1980), S. 234-264.

[23] Rumpler, Helmut, Parteilichkeit und Objektivität als Theorie-Problem der DDR-Historie, in: Koselleck, Reinhart; Mommsen, Wolfgang J.; Rüsen, Jörn (Hgg.), Objektivität und Parteilichkeit, München 1977, S. 228-262; Kocka, Jürgen, Parteilichkeit in der DDR-marxistischen Geschichtwissenschaft. Einige Thesen, in: ebd., S. 263-269.

[24] Konrád, György; Szelényi, Iván, Die Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht, Frankfurt am Main 1978; Bahro, Rudolf, Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus, Frankfurt am Main 1977.

[25] So etwa Zernack, Klaus, Schwerpunkt und Entwicklungslinien der polnischen Geschichtswissenschaften nach 1945, in: Kienast, Walter (Hg.), Literaturberichte über Neuerscheinungen zur außerdeutschen Geschichte (Historische Zeitschrift, Sonderheft 5), München 1973, S. 202-323, oder Bonwetsch, Oktoberrevolution.

[26] Fischer, Holger, Politik und Geschichtswissenschaft in Ungarn. Die ungarische Geschichte von 1918 bis zur Gegenwart in der Historiographie seit 1956, München 1982; Ludwig, Michael, Tendenzen und Erträge der modernen polnischen Spätmittelalterforschung unter besonderer Berücksichtigung der Stadtgeschichte, Berlin 1983; Troebst, Stefan, Die bulgarisch-jugoslawische Kontroverse um Makedonien 1967-1982, München 1983.

[27] Baron, Samuel H., Rezension zu: Stökl (Hg.), Die Interdependenz von Geschichte und Politik in Osteuropa seit 1945, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 27 (1979), S. 387-388.

[28] Baron, Samuel H.; Heer, Nancy W. (Hgg.), Windows on the Russian Past. Essays on Soviet Historiography since Stalin, Columbus, OH, 1977. Siehe dazu auch die Rezension von Günther Stökl in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 26 (1978), S. 577-580.

[29] So wird etwa in einer aktuellen polnischen Untersuchung direkter Bezug auf das Stökl-Projekt genommen. Vgl. Górny, Maciej, Przede wszystkim ma byc naród. Marksistowskie historiografie w Europie Srodkowo-Wschodniej [An erster Stelle muss die Nation stehen. Marxistische Geschichtswissenschaften in Ostmitteleuropa], Warszawa 2007, S. 20. Siehe auch Ders., Marxist Historiography in Poland, Czechoslowakia and East Germany (late 1940s – late 1960s), in: Apor, Balász; Apor, Péter; Rees, E. A. (Hgg.), The Sovietization of Eastern Europe. New Perspectives on the Postwar Period, Washington, DC, 2008, S. 249-265.

Literaturhinweise:
  • Ivaniševic, Alojz u. a. (Hgg.), Klio ohne Fesseln? Historiographie im östlichen Europa nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, Wien 2002.
  • Brunnbauer, Ulf (Hg.), (Re)Writing History. Historiography in Southeast Europe after Socialism, Münster 2004.
  • Antohi, Sorin; Trencsényi, Balász; Apor; Péter (Hgg.), Narratives Unbound. Historical Studies in Post-Communist Eastern Europe, Budapest 2007.
  • Kopecek, Michal (Hg.), Past in the Making. Historical Revisionism in Central Europe after 1989, Budapest 2008.

Stökl, Günther: Schlussbericht über das Forschungsprojekt „Die Interdependenz von Historiographie und Politik in Osteuropa“ (Köln, 6. Januar 1983)

Prof. Dr. GÜNTHER STÖKL         Arnulfstr. 6 – Tel. 416202                           6. 1. 1983
                                                    5000 Köln 41

S c h l u ß b e r i c h t

über das Forschungsprojekt „Die Interdependenz von Historiographie
und Politik in Osteuropa“.[1]

Das Ziel des im Jahr 1975 der Stiftung Volkswagenwerk mit der Bitte um Förderung vorgelegten Forschungsprojekts (hinfort FP) war es, über Leistung, Entwicklungstendenzen und politische Funktion der Geschichtswissenschaft in allen Staaten und bei allen Völkern des östlichen, kommunistisch regierten Europa (mit Ausnahme der DDR) ein zuverlässiges aktuelles Bild zu gewinnen. Es sollte durch konzentrierte, jeweils nach Fertigstellung zu publizierende Forschungsbericht (hinfort FB) über einzelne, räumlich und zeitlich festgelegte Teilgebiete erreicht werden. Dementsprechend umfassend war der ursprüngliche Plan: Er sah bei einer Beschränkung auf die Entwicklung etwa seit Mitte der sechziger Jahre 31 solcher Forschungsberichte vor.

1. Der Projektverlauf

Es war von vorneherein klar, daß ein so breit ausgelegtes Forschungsvorhaben nur durch Anspannung aller verfügbaren Kräfte des kleinen Faches Osteuropäische Geschichte würde erfüllt werden können. Die Dislozierung der Osteuropahistoriker über die ganze Bundesrepublik Deutschland ließ die Anwerbung, sachliche Förderung und Kontrolle in der Regel nur auf dem Wege der Korrespondenz zu; dies nahm weit mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich angenommen. Als hilfreich und zu Optimismus Anlaß gebend erwies sich in diesem Zusammenhang eine dem Thema des FP gewidmete, von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde finanzierte, Fachtagung der Osteuropahistoriker, die im Juni 1976 in Bad Wiessee stattfand.[2] An der Aktualität des Themas und am Interesse der Fachkollegen war nicht zu zweifeln. Das Protokoll der Tagung – in selbstlosem Einsatz freiwilliger Helfer geschrieben und vervielfältigt, im Eigenverlag der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde erschienen (Die Interdependenz von Geschichte und Politik in Osteuropa seit 1945, Stuttgart 1977, 251 S.[3]) – ist den Bearbeitern von FB, soweit sie nicht selbst an der Tagung teilgenommen hatten, zugänglich gemacht worden.

Schon die Gespräche in Bad Wiessee hatten deutlich gemacht, daß es nicht leicht sein würde, für alle geplanten FB Autoren im eigenen Bereich zu gewinnen. Diese Erwartung wurde in de Folge mehr als bestätigt. Immerhin ist es gelungen, bis etwa zur Mitte der [S. 2:] ursprünglichen Laufzeit des FP den größten Teil der FB an qualifizierte Bearbeiter zu vergeben – 1978 konnten bereits die ersten beiden FB veröffentlicht werden.[4] Voraussetzung war allerdings eine gewisse Modifizierung des FP. Zunächst wurde sehr bald klar, daß es nicht möglich sein würde, die wichtigsten Nationalitätengruppen der Sowjetunion mit ihrer eigensprachlichen Historiographie druch je einen FB zu berücksichtigen; das hätte Experten mit so differenzierten speziellen Sprachkenntnissen erfordert, daß selbst in internationalem Rahmen eine befriedigende Lösung dieses Problems mit vertretbarem Organisationsaufwand und Zeitkalkül nicht zu erhoffen war. Durch die solchermaßen nahegelegte Beschränkung auf nur zwei allgemein gehalten und nur auf russischsprachige Literatur gestützte FB über den historiographischen Aspekt des sowjetischen Nationalitätenproblems wurden fünf FB des ursprünglichen Plans eingespart. Andererseits ergab sich in der (überwiegend schriftlichen) Diskussion mit bereits gewonnenen Bearbeitern, daß auch die zeitnahe Historiogrpahie der kleineren osteuropäischen Völker in der gewünschten konzentrierten Form nicht von der vorgesehenen relativ geringen Zahl von Bearbeitern bewältigt werden konnte. Hier konnten die freigewordenen FB Entlastung bringen, allerdings führte diese Modifizierung des Planes zu einer gewissen Schwerpunktverlagerung des FP auf die Historiographie in den ostmitteleuropäischen und vor allem südosteuropäischen Staaten. Es stellte sich ferner in der beginnenden Praxis heraus, daß die Bearbeiter mit der von ihnen erwarteten konzentrierten Kürze der FB mehr oder minder stark überfordert waren. Zumal wenn auch das informative Ziel des FP über die Historiographien Osteuropas erreicht werden sollte, war das ursprünglich gesetzte Maß offenbar zu niedrig angesetzt, und zwar schon angesichts der Quantität der jeweils zu erfassenden wichtigen historiographischen Produktion, ganz zu schweigen von sehr spezifischen Problemen historiographisch-politischer Interdependenz in einigen Fällen. Es ist z. B. ein fundamentaler Unterschied festzustellen zwischen einer allgemein zu beobachtenden Aufwertung alter nationaler historiographischer Traditionen und der Notwendigkeit, solche Traditionen nachträglich zu konstruieren wie in Albanien und Makedonien. Im letztgenannten Fall erwies sich die Ausgliederung au der jugoslawischen Historiographie zu einem eigenen FB als unumgänglich (darüber s. unten, unter Ergebnisse).

Allein die lange Dauer der Anlaufzeit und die Komplexität der gestellten Aufgaben lassen es verständlich erscheinen, daß die fünfjährige [S. 3:] Laufzeit des FP nicht ausreichte, nennenswert greifbare Ergebnisse zu erzielen. Die dankenswerterweise gewährte zweimalige Verlängerung der Laufzeit um insgesamt eineinhalb Jahre hat denn auch zu solchen Ergebnissen geführt. Es ist aber nicht zu verkennen und war in Zwischenberichten immer wieder hervorzuheben, daß sich die Zeitsituation, konkret die Existenzsorgen des wissenschaftlichen Nachwuchses, zunehmend als Hemmung für das FP erwies. Begonnen in einer Zeit, in der noch mit einem genügend zahlreichen qualifizierten Nachwuchs als Hauptträger des FP gerechnet werden konnte, ging dieses in einer Zeit zu Ende, in der dieser Nachwuchs zum Teil schon in andere Berufe abgewandert oder völlig vom Interesse der unmittelbaren Existenzsicherung im universitären Bereich absorbiert ist.

2. Die Ergebnisse

Von insgesamt 30 nach der Modifizierung des ursprünglichen Plans vorgesehenen FB lagen bei Auslaufen des FP am 30. Juni 1982 13 FB abgeschlossen vor; 6 davon sind bereits veröffentlicht, 2 befinden sich im Druck, 5 sind den zuständigen Redaktionen zur Veröffentlichung zugeleitet (über Einzelheiten s. die beiliegende Aufstellung der abgeschlossenen FB). Unter dem gewiß nicht in erste Linie maßgebenden Gesichtspunkt der Quantität bedeutet dies ein Volumen von 600 Druckseiten.

Zwei weitere FB liegen teilweise im Manuskript vor, bedürfen aber noch der Ergänzung bzw. Umarbeitung.[5]

Für 11 weitere FB liegen die Zusagen der Bearbeiter vor, auch ohne Aussicht auf ein Honorar die Arbeit fortsetzen und mit der Vorlage eines druckfertigen Manuskripts beenden zu wollen.[6] Wieviel Vertrauen in diese Zusage zu setzen ist, stehe dahin. Die Realisierung wird auch weiterhin jeweils von der persönlichen Situation des Bearbeiters abhängen. Am sachlichen Interesse ist nicht zu zweifeln, mit längeren Zeiträumen wird man jedoch rechnen müssen; in diesem Fall stünde der Publikation in den „Jahrbüchern für Geschichte Osteuropas“ kein Hindernis entgegen.[7]

Vier FB müssen als Totalausfälle gewertet werden[8], und zwar in einer so späten Phase des FP, daß an einen Ersatz nicht mehr gedacht werden konnte (in zwei Fällen waren berufliche Veränderungen, in einem Krankheit der Grund).

Ein unerwartetes und der Erklärung bedürfendes Bild ergibt sich bei der räumlichen Verteilung der abgeschlossenen FB: Nicht weniger als 9 erschließen die Historiographie Südosteuropas, nur je zwei solche [S. 4:] Ostmitteleuropas und des russischen Bereichs. Umgekehrt ausgedrückt: die Planung für Südosteuropa ist bis auf drei noch ausstehende Teil-FB realisiert worden, während z. B. für Polen kein einziger FB fertig wurde, und von der sowjetischen Historiographie nur der Nationalitätenaspekt Bearbeitung fand. Allein durch Wechselfälle persönlicher Art – so gewiß auch diese eine Rolle gespielt haben – ist solche Ungleichmäßigkeit nicht zu erklären. Es ist wohl vielmehr so, daß die Realisierung des FP beiden größten Historiographien Osteuropas (der Russen und der Polen) eine Aufteilung auf weit mehr FB und dementsprechend größeren Aufwand erfordert hätte. Dem stand und steht aber entgegen, daß Polen und Russland ganz im Vordergrund des Interesses liegen und die wissenschaftliche Aktivität der auch nicht übermäßig zahlreichen Polen- und Russlandhistoriker vielfältig in Anspruch nehmen. Man denke nur an gleichzeitige „Konkurrenz“-Unternehmen wie das „Handbuch der russischen Geschichte“[9] sowie die Durchführung des „Zweiten Weltkongresses für Sowjet- und Osteuropastudien“ in Garmisch 1980[10]. Hinzuzufügen bleibt, daß die spezielle Fragestellung des FP, d. h. der Zusammenhang von Politik und Geschichte, im eher überschaubaren Rahmen kleiner Länder offenbar leichter zu handfesten Ergebnissen geführt werden kann. Das liegt gewiß auch am quantitativen Unterschied der zu bewältigenden Stoffmassen, vielleicht aber noch mehr an den speziellen Situationen und Traditionen eben dieser kleinen Länder.

Hier scheint mir der wesentliche Erkenntnisgewinn des FP auch hin seiner fragmentarischen Form zu liegen. Die legitimatorische Funktion von Geschichtswissenschaft im kommunistischen Herrschaftssystem steht außer Zweifel und ebenso die Tatsache, daß sie allenthalben durch Verwissenschaftlichungstendenzen sehr vorsichtig in Frage gestellt zu werden scheint. Nicht minder allgemein ist zu beobachten, daß die Legitimierung durch Geschichte sich real, nicht unbedingt auch verbal von der sozial-ideologischen auf die national-ideologische Ebene verschoben hat. Nur bei kleinen Nationen in einer traditionell-historisch feindlichen Umwelt wird die jedoch zu einer aktuellen Existenzfrage schlechthin. Nichts zeigt dies deutlicher als der Extremfall des jugoslawischen Makedonien, wo eine aus Motiven serbischer Machtpolitik kreierte völlig neue Nation allein in einer ebenso neu konstruierten Nationalgeschichte ihre Identität findet, finden muß, weil Realität und Geschichte einer makedonischen Nation von den Bulgaren rundweg bestritten werden. Die weitgehende Personalunion von Politik und Historiographie ist nur ein Symbol für diesen Zwang. [S. 5:] Es wäre sehr wünschenswert, wenn der Makedonien betreffende, sehr umfangreiche FB bald und ohne einschneidende Kürzungen veröffentlicht werden könnte.[11] Das Gegenstück im russischen Bereich, die Historiographie der moldauische Sowjetrepublik mußte leider infolge der Planmodifizierung unbearbeitet bleiben. Diesen Punkt abschließend sei noch auf den hohen bibliographischen Informationswert aller vorliegenden FB verwiesen.

3. Einzelbemerkungen

a) Organisatorische Erfahrungen.

Auf die Kommunikationsschwierigkeiten und den mit ihnen verbundenen Zeitaufwand wurde schon hingewiesen. Er ist gewiß für ein kleines Fach mit beschränkten, aber weit verstreuten personellen Ressourcen charakteristisch. Wünschenswert wäre ein fester institutioneller Kern, aber das ist in der gegebenen Situation utopisch. Die außeruniversitären Osteuropa-Institute sind interdisziplinär angelegt, ihre historischen Abteilungen sind personell und materiell zwar etwas besser ausgestattet als ein durchschnittlicher Universitäts-Lehrstuhl, aber in der Regel durch Daueraufgaben wie die Redaktion von Publikationen gebunden. Es ist hier nicht der Ort, die Problematik von Projektforschung im Bereich der Geisteswissenschaften zu erörtern. Für das Forschungsgebiet Osteuropa ist für den einzelnen bei lokal sehr unterschiedlichen, nirgends ausreichenden Bibliotheksbeständen die Materialbeschaffung schwierig. Hilfsleistungen der größeren Instituts- und Seminarbibliotheken konnten diese Schwierigkeiten reduzieren, aber den vorliegenden Forschungsberichten ist deutlich anzumerken, daß sie nur deshalb erfolgreich abgeschlossen werden konnten, weil längere Studienaufenthalte der Bearbeiter in dem Land, dessen Historiographie sie nun zu analysieren hatten, vorangegangen waren. Bei einer zeitgeschichtlichen Fragestellung fällt nicht nur die Kenntnis von Büchern und Zeitschriften sondern vor allem auch die Vertrautheit mit Land und Leuten fördernd ins Gewicht. Soweit Förderung innerhalb der Bundesrepublik im Bereich des Faches Osteuropäische Geschichte für den einzelnen Bearbeiter eines FB möglich war, ist sie stets in dankenswerter Solidarität erfolgt.

b) Internationale Kooperation und internationales Echo.

Daß und warum im FP auf Beteiligung von Ausländern in größerem Ausmaß verzichtet wurde, ist schon in anderem Zusammenhang kurz angedeutet worden (s. S. 2). Die beiden mit abgeschlossenen FB beteiligten Ausländer [S. 6:] (ein Schweizer[12] und ein Österreicher[13]) ergaben sich aus der im Fach seit jeher üblichen Kooperation mit den deutschsprachigen Alpenländern. Von weit größerem Interesse dürfte etwas anderes sein: Schon im Vorstadiumg der konkreten Planung des FP hatte das Buch der amerikanischen Historikerin Nancy W. Heer „Politics and History in the Soviet Union“ (Cambridge, Mass. 1971) eine anregende Rolle gespielt. Es hat allerdings, was der Titel nicht erkennen läßt, nur die sowjetische Parteigeschichtsschreibung zum Gegenstand. Als die deutschen Osteuropahistoriker im Juni 1976 zu ihrer schon erwähnten Fachtagung zusammentraten[14], war ihnen noch nicht bekannt, daß im April 1975 eine „invitational conference“ ihrer amerikanischen Kollegen über dasselbe Thema, allerdings beschränkt auf die sowjetische Historiographie, stattgefunden hatte. Die Referate dieser Konferenz erschienen erst 1977 (Windows of the Russian Past. Essays on Soviet Historiography since Stalin[15]), also in demselben Jahr wie das Protokoll der Tagung in Bad Wiessee. Die Überraschung über das gleichzeitig aktivierte Interesse an einer offebar hier wie dort als aktuell empfundenen Fragestellung war beiderseits eine freudige und kam in ausführlichen gegenseitigen Rezensionen der Konferenzpublikationen zum Ausdruck. Beide Rezensionen sind im Abstand von nur drei Heften in den „Jahrbüchern für Geschichte Osteuropas“, die ja eine amerikanische Teilredaktion haben und in beiden Sprachen publizieren, erschienen (Bd. 26/1978, S. 577-580, G. Stökl[16]; Bd. 27/1979, S. 387-388 S. H. Baron[17]). Eine weiter Frucht dieser deutsch-amerikanischen Interessengemeinschaft war eine thematisch einschlägige Sitzung (Leitung S. H. Baron) in der Sektion Geschichte (Vorbereitung G. Stökl) des 2. Weltkongresses für Sowjet- und Osteuropastudien in Garmisch 1980.[18] Rückblickend lässt sich geradezu – als wäre sie geplant gewesen – eine sinnvolle Ergänzung in den beiderseitigen Bemühungen um die Fragestelung des FP erkennen: War die amerikanische Konferenz von 1975 ausschließlich auf Russland und die Sowjetunion bezogen, so erfolgte in der deutschen Fachtagung die Erweiterung auf Polen und die Tschechoslowakei, und mit dem Südosteuropa-Schwerpunkt der bisher realisierten Teile des FP ist die größte noch bestehende Lücke geschlossen. Daß die aus verschiedenen Anlässen in sehr verschiedener Form und Ausführlichkeit geleisteten Beiträge zur Beantwortung der großen Frage nach dem Verhältnis von Politik und Geschichte in Osteuropa insgesamt nur eine sehr vorläufiges Gesamtbild ergeben, versteht sich von selbst. Ein Grund ist jedoch gelegt und es ist zu hoffen, daß die Diskussion weitergeht. [S. 7:]

c) Projektforschung und akademische Laufbahn.

Aus der Teilnahme am FP und angeregt durch dessen Thematik haben sich unmittelbar weder Dissertationen noch Habilitationsschriften ergeben. Das Verhältnis war vielmehr umgekehrt: Dort, wo bei der Erarbeitung von Dissertationen und Habilitationsschriften bereits die erforderlichen Kenntnisse erworben worden waren, mußten die Mitarbeiter gesucht und konnten sie auch gewonnen werden. Der Verlauf des FP hat gezeigt, daß für die Übernahme von Projektforschung das Stadium der eben abgeschlossenen oder vor dem Abschluß stehenden Promotion relativ günstig ist, die bevorstehende Habilitation dagegen hemmend wirkt. Wie weit diese Erfahrung zu verallgemeinern ist, sei dahingestellt. Daß sich etablierte Kollegen nur bei den noch ausstehenden FB finden, hat seinen Grund ausschließlich in nicht vorhersehbaren Zufällen

/G. Stökl/

[S. 8:]

Abgeschlossene Forschungsberichte
des Forschungsprojekts „Die Interdependenz von Historiographie
und Politik in Osteuropa“

Bearbeiter

Abgabe

Thema

Umfang

Publikationsort

Dr. Peter Heumos

17.8.1977

Geschichtswissenschaft und Politik in der Tschechoslowakei. Entwicklungstrends der zeitgeschichtlichen Forschung nach 1945

36 S.

Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 26 (1978) 541-576

Dr. Albrecht Martiny

8.8.1978

Das Verhältnis von Politik und Geschichtsschreibung in der Historiographie der sowjetischen Nationalitäten seit den sechziger Jahren

35 S.

Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 27 (1979) 238-272

Dr. Hans-Joachim Hoppe

4.3.1980

Politik und Geschichtswissenschaft in Bulgarien 1968-1978

44 S.

Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 28 (1980) 243-286

Doz. Dr. Andreas Kappeler (Zürich)

20.11.1980

Die Historiographie der nichtrussischen Völker der RFSFR in den siebziger Jahren

27 S.

Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 29 (1981) 53-79

Dr. Holger Fischer

7.5.1981

Politik und Geschichtswissenschaft in Ungarn. Die ungarische Geschichte von 1918 bis zur Gegenwart in der Historiographie seit 1956

179 S.

= Untersuchungen zur Gegenwartskunde Südosteuropas, Bd. 19, München 1982. Kurzfassung in: Südost-Europa. Zeitschrift für Gegenwartsforschung 31 (1982) 316-330

Wolfgang Uwe Friedrich

13.7.1981

Die bulgarische Geschichtswissenschaft im Spannungsverhältnis zwischen ideologischem Anspruch und historischer Realität. Die Geschichtsschreibung der Befreiungsbewegung und der Anfänge des Nationalstaates

23 S.

Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 29 (1981) 412-435

Dr. Peter Danylow

29.7.1981

Die Entwicklung der albanischen Historiographie – Interdependenz von Politik und Geschichtswissenschaft[19]

80 S.
(Ms)

 

Dr. Manfred Stoy

8.9.1981

Politik und Geschichtswissenschaft in Rumänien 1965-1980. Die Historiographie über den Zeitraum von der Gründung der Fürstentümer Moldau und Walachei bis 1859[20]

61 S.

(Ms)

 

[S. 9:] Dr. Klaus P. Beer

19.10.1981

Die Interdependenz von Geschichtswissenschaft und Politik in Rumänien von 1945 bis 1980. Die Historiographie über den Zeitraum von 1918 bis 1945[21]

49 S.

(Ms)

 

Stefan Troebst

3.3.1982

Die bulgarisch-jugoslawische Kontroverse um Makedonien 1967-1981. Ein Forschungsbericht zur Interdependenz von Politik und Historiographie in Osteuropa[22]

497 S.

(Ms)

 

Dr. Peter Heumos

23.4.1982

Historiographie und politischer Wandel im Sozialismus. Tschechoslowakische Forschungen zum 19. und frühen 20. Jahrhundert 1950-1975[23]

74 S.

(Ms)

Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 30 (1982), H. 4, im Druck

Dr. Wolfgang Kessler

28.6.1982

Die Geschichte der Völker Jugoslawiens im 19. Jahrhundert im Umfeld von Politik und Geschichtsschreibung 1960-1980[24]

39 S.

(Ms)

 

Dr. Gerhard Seewann

29.6.1982

Geschichtswissenschaft und Politik in Ungarn 1950-1980. Die Historiographie zu Mittelalter und Neuzeit[25]

111 S.

(Ms)

Südost-Forschungen 1982 (im Druck)


[1] Günther Stökls eigenhändig signierter Projektabschlussbericht vom 6. Januar 1983, der sieben paginierte maschinenschriftliche Seiten sowie eine unpaginierte zweiseitige Übersicht „Abgeschlossene Forschungsberichte des Forschungsprojekts ‚Die Interdependenz von Historiographie und Politik in Osteuropa’“ umfasst, befindet sich im Archiv der VolkswagenStiftung Hannover, Archivgruppe „Stiftung Volkswagenwerk“. Er wurde dankenswerterweise in Kopie am 18. Oktober 2001 von Dr. Wolfgang Levermann, Fachreferent in der Abteilung Geistes- und Gesellschaftswissenschaften der Stiftung, einschließlich „Titelblatt-Kopien uns vorliegender Veröffentlichungen (ohne Tagungsbericht)“ sowie der Information „Leider gibt es keine Gesamtliste aller [im Projektrahmen] angeschriebenen Wissenschaftler“ übermittelt.

[2] Vgl. dazu Lammich, Maria, Historiker-Fachtagung in Bad Wiessee, in: Osteuropa 26 (1976), S. 1041-1042.

[3] Stökl, Günther (Hg.), Die Interdependenz von Geschichte und Politik in Osteuropa seit 1945. Historiker-Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e. V., Berlin, vom 9.-11. 6. 1976 in Bad Wiessee. Protokoll. Hektographiertes Manuskript, Stuttgart 1977, IV, 251 S.

[4] Gemäß Stökls nachstehender Aufstellung „Abgeschlossene Forschungsberichte des Forschungsprojekts ‚Die Interdependenz von Historiographie und Politik in Osteuropa’“ erschien 1978 jedoch nur ein einziger Bericht, nämlich derjenige von Peter Heumos (s. unten).

[5] Autoren und Themen sind nicht bekannt.

[6] Autoren und Themen sind bis auf eine Ausnahme nicht bekannt. Bei dieser Ausnahme handelt es sich um Ludwig, Michael, Tendenzen und Erträge der modernen polnischen Spätmittelalterforschung unter besonderer Berücksichtigung der Stadtgeschichte (Osteuropastudien der Hochschulen des Landes Hessen. Reihe I: Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens, 128), Berlin 1983. Dies geht aus der Vorbemerkung des Autors hervor (S. 9).

[7] Günther Stökl selbst war bis von 1966 bis 1991 hauptverantwortlicher Herausgeber dieser Zeitschrift.

[8] Autoren und Themen sind nicht bekannt.

[9] Die erste Lieferung des von Manfred Hellmann, Gottfried Schramm und Klaus Zernack sowie später auch von Stefan Plaggenborg herausgegebenen sechsbändigen „Handbuchs der Geschichte Russlands“ erschien im Oktober 1976, die letzte 2004.

[10] Vgl. dazu Anweiler, Oskar, GARMISCH 80 – Bilanz und Ausblick, in: Osteuropa 31 (1981), S. 91-98, und Butenschön, Marianna, GARMISCH 80 – am Rande notiert, in: ebd., S. 109-127.

[11] Diese Hoffnung ging 1983 aufgrund eines zusätzlichen Druckkostenzuschusses der Stiftung Volkwagenwerk in Erfüllung. Siehe unten, Fn. 22.

[12] Gemeint ist der Zürcher (und heute Wiener) Rußlandhistoriker Andreas Kappeler.

[13] Gemeint ist der Wiener Rumänienhistoriker Manfred Stoy.

[14] Siehe oben, Fn. 3.

[15] Baron, Samuel H.; Heer, Nancy W. (Hgg.), Windows on the Russian Past. Essays on Soviet Historiography since Stalin, Columbus, OH, 1977.

[16] Stökl, Günther, Rezension zu Baron, Samuel H.; Heer, Nancy W. (Hgg.), Windows on the Russian Past. Essays on Soviet Historiography since Stalin, Columbus, OH, 1977, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 26 (1978), S. 577-580.

[17] Baron, Samuel H.: Rezension zu Stökl, Günther (Hg.), Die Interdependenz von Geschichte und Politik in Osteuropa seit 1945. Historiker-Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e. V., Berlin, vom 9.-11. 6. 1976 in Bad Wiessee. Protokoll. Stuttgart 1977, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 27 (1979), S. 387-388.

[18] Günther Stökl vertrat im fünfköpfigen Planungsausschuss des vom International Committee for Soviet and East European Studies und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde gemeinsam ausgerichteten Zweiten Weltkongreß für Sowjet- und Osteuropastudien das „Fachgebiet Geschichte“ und Samuel H. Baron leitete eine „Fachsitzung“ zum Thema „Periodisierungsprobleme in der Historiographie Osteuropas“. Vgl. Anweiler, Oskar, Kongreß für Sowjet- und Osteuropastudien in Garmisch 1980, in: Osteuropa 28 (1978), S. 381-384, hier S. 383, und o. A.: Zweiter Weltkongreß für Sowjet- und Osteuropastudien, Garmisch-Partenkirchen, 30. September bis 4. Oktober 1980, in: Osteuropa 30 (1980), S. 179-186, hier S. 180.

[19] „Der Beitrag ist nicht gedruckt worden, weil mein Interesse sich verlagert hatte“ (Auskunft von Dr. Peter Danylow, Geschäftsführer des Ost- und Mitteleuropavereins Hamburg, vom 8. Dezember 2008).

[20] Stoy, Manfred, Politik und Geschichtswissenschaft in Rumänien 1965-1980. Die Historiographie über den Zeitraum von der Gründung der Fürstentümer Moldau und Walachei bis 1859, in: Südost-Forschungen 41 (1982), S. 219-259.

[21] Beer, Klaus P., Die Interdependenz von Geschichtswissenschaft und Politik in Rumänien von 1945 bis 1980. Die Historiographie über den Zeitraum von 1918 bis 1945, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 32 (1984), S. 241-274.

[22] Troebst, Stefan: Die bulgarisch-jugoslawische Kontroverse um Makedonien 1967-1982 (Untersuchungen zur Gegenwartskunde Südosteuropas, 23), München 1983. Eine Mitte der 1980er Jahre von Slobodanka Popovska im Auftrag des Sicherheitsdienstes der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien angefertigte Übersetzung ins Makedonische ist 1997 in der Redaktion der beiden makedonischen Historiker Ivan Katardžiev und Novica Veljanovski als Buch erschienen: Trebst, Stefan, Bugarsko-jugoslovenskata kontroverza za Makedonija 1967-1982, Skopje 1997. Ebenfalls auf das Stökl-Projekt zurück geht Troebst, Stefan, Die Sowjetunion und die bulgarisch-jugoslawische Kontroverse um Maked­onien, in: Südosteuropa 32 (1983), S. 638-644.

[23] Heumos, Peter, Geschichtswissenschaft und Politik in der Tschechoslowakei. Forschungen zum 19. und frühen 20. Jahrhundert in den Jahren 1950-1975, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 30 (1982), S. 575-601.

[24] Das Manuskript „ist seinerzeit nicht veröffentlicht worden, weil mich einige kroatische Kollegen im Hinblick auf den ihnen attestierten ‚Nationalismus’ gebeten hatten, davon abzusehen und eine allzu starke Abstrahierung zu wenig aussagekräftig gewesen wäre“ (Auskunft von Dr. Wolfgang Kessler, Direktor der Martin-Opitz-Bibliothek Herne, vom 10. Dezember 2008).

[25] Seewann, Gerhard, Geschichtswissenschaft und Politik in Ungarn 1950-1980. Die Historiographie zu Mittelalter und Neuzeit, in: Südost-Forschungen 41 (1982), S. 261-323.


Zitation
Ein vergessener Paradigmenwechsel? Geschichtswissenschaft und Politik im östlichen Europa , in: Themenportal Europäische Geschichte, 01.01.2009, <www.europa.clio-online.de/essay/id/artikel-3484>.
Für das Themenportal verfasst von

Stefan Troebst

( 2009 )
Zitation
StefanTroebst , Ein vergessener Paradigmenwechsel? Geschichtswissenschaft und Politik im östlichen Europa, in: Themenportal Europäische Geschichte, 2009, <www.europa.clio-online.de/essay/id/artikel-3484>.
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