Kultur und Technik. Aspirationen der Ingenieure im Kaiserreich

Die Klage über ihre soziale Unterschätzung war unter deutschen Ingenieuren an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert weit verbreitet, jedenfalls ihre Sprecher und Funktionäre ließen daran keinen Zweifel. Vor dem Nürnberger Bezirksverein Deutscher Ingenieure hat das Wilhelm Franz, Maschinenbauprofessor an der Technischen Hochschule (TH) Charlottenburg, 1908 bündig vorgetragen. Im Gegensatz zur wachsenden Bedeutung der Technik für Kultur und Gesellschaft seien die „Intellektuellen der Technik“, die Ingenieure, sozial unterprivilegiert und politisch einflusslos. Anders als die Juristen nähmen sie in der staatlichen Verwaltung und in den gesellschaftlichen Organisationen meist keine führenden, sondern nur untergeordnete Positionen ein. Das müsse sich ändern. [...]

Kultur und Technik. Aspirationen der Ingenieure im Kaiserreich[1]

Von Jürgen Kocka

Die Klage über ihre soziale Unterschätzung war unter deutschen Ingenieuren an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert weit verbreitet, jedenfalls ihre Sprecher und Funktionäre ließen daran keinen Zweifel. Vor dem Nürnberger Bezirksverein Deutscher Ingenieure hat das Wilhelm Franz, Maschinenbauprofessor an der Technischen Hochschule (TH) Charlottenburg, 1908 bündig vorgetragen. Im Gegensatz zur wachsenden Bedeutung der Technik für Kultur und Gesellschaft seien die „Intellektuellen der Technik“[2], die Ingenieure, sozial unterprivilegiert und politisch einflusslos. Anders als die Juristen nähmen sie in der staatlichen Verwaltung und in den gesellschaftlichen Organisationen meist keine führenden, sondern nur untergeordnete Positionen ein. Das müsse sich ändern.

In einer Gesellschaft, in der allgemeine Bildung und kulturelle Kompetenz zuverlässiger zu Ansehen und Wertschätzung verhalfen als fachliches Spezialkönnen oder Reichtum, lag es nahe, dass Ingenieure in ihrem Bemühen um gesellschaftliche Aufwertung auf ihre kulturelle Bedeutung verwiesen und sich nicht nur als technische, sondern gleichzeitig als kulturelle Elite empfahlen. In der viel gelesenen Reihe Die Gesellschaft, die Martin Buber Anfang des 20. Jahrhunderts herausgab, hat Ludwig Brinkmann 1908 kräftig in diese Kerbe gehauen.[3] Er malte die Utopie einer zukünftigen technischen Kultur, in der dem Ingenieur eine Führungsstellung zukommen werde. Das Schaffen des Ingenieurs sei Kultur. Er dürfe sich nicht in das Korsett eines dienenden Spezialisten pressen lassen, sondern müsse als allgemein gebildeter Kulturmensch auftreten, als Herr.

Die Entstehung der sozialen Gruppe der Ingenieure war in Deutschland, ähnlich wie in Frankreich, aber anders als in England und den USA, von Anfang an mit der Entwicklung des gewerblich-technischen Schulwesens verknüpft. Seit den 1820er-Jahren waren staatlich und kommunal getragene Gewerbeschulen und Polytechnische Institute entstanden, um „dem angehenden Fabrikanten und Handwerker nicht nur eine allgemeine Bildung und Einsicht in Dinge zu geben, welche zu wissen jedem Handwerker Not tut, sondern auch gerade soviel Vorkenntnisse, als zum Betriebe eines technischen Gewerbes nötig sind“.[4] Mit Hilfe von ungemein leichten Eintrittsbedingungen und Stipendien öffnete man weitesten Bevölkerungskreisen den Zugang zu Laufbahnen in der entstehenden, nach qualifiziertem Personal rufenden Industrie. Doch die gegenseitige Durchdringung von Naturwissenschaft und Technik und die standespolitischen Interessen von Lehrern und Absolventen führten seit der Jahrhundertmitte zur Akademisierung dieser Schulen, die gleichzeitig Momente der neuhumanistischen Bildung als „Allgemeinbildung“ in ihre Lehrpläne aufnahmen. Die rigorose Reduktion des Stipendienwesens, die Einführung von Schulgeld, die Erhöhung der Aufnahme-Qualifikationen bis hin zum Abitur waren die sozial relevanten Begleiterscheinungen eines Prozesses, der sich in den Lehrplänen der Schulen als Abstoßung der praktischen Ausbildung, Mathematisierung und Spezialisierung des Wissensstoffes und schulorganisatorisch als Einführung akademischer Freiheit und Selbstverwaltung darstellte. Nach Karlsruhe, München, Dresden und Braunschweig erhielt 1879 auch das von dem preußischen Beamten und Wirtschaftsförderer Christian Wilhelm Beuth gegründete Berliner Gewerbeinstitut den Rang einer Technischen Hochschule, nachdem es bereits vorher den Titel „Gewerbe-Akademie“ errungen hatte. Zugleich führten, jedenfalls in Preußen, die niederen und mittleren technischen Schulen allgemeinbildende Programme ein, bis 1878 die Provinzial-Gewerbeschulen – bis dahin „Handwerkerschulen für die kleinen Leute“ – in lateinlose Realschulen Zweiter Ordnung umgewandelt wurden, also in allgemeinbildende Schulen, die ihren Absolventen den Zugang zur Technischen Hochschule öffneten, aber bald ihrerseits die Sekundarreife einer Realschule oder eines Gymnasiums zur Aufnahmebedingung erklärten. Indem sie allgemeine mittlere und höhere Schulbildung zur Ausbildungsvoraussetzung machte, trennte sich die aus den Polytechniken bzw. Technischen Hochschulen hervorgehende neue „technische Intelligenz“ von ihren empirisch-technisch tätigen Vorgängern und suchte Anschluss ans nicht-technische Bildungsbürgertum. „Man hatte die Gedanken Beuths definitiv verlassen, die Söhne der kleinen Leute herausgeworfen.“[5]

Die Entstehung des mächtigsten Standesvereins der Ingenieure, des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), aus einem Absolventen-Verein des Berliner Gewerbe-Instituts 1856 weist auf den engen Zusammenhang zwischen dem geschilderten Akademisierungsprozess und der Entstehung der Ingenieure als Gruppe hin. Von Anfang an fasste dieser Standesverein die technische Bildung als sein konstituierendes Moment auf. Er bezweckte ein „inniges Zusammenwirken der geistigen Kräfte deutscher Technik zur gegenseitigen Anregung und Fortbildung im Interesse der gesamten Industrie Deutschlands“.[6] Tendenziell engte sich der Begriff des „Ingenieurs“ auf die Gruppe der (auch) theoretisch vorgebildeten Techniker ein.

Diese Akzentuierung des geistigen Charakters ihrer Tätigkeit und der Bildungsmerkmale im Selbstverständnis der Ingenieure ist verständlich in einer Gesellschaft, in der die Unternehmer und Techniker, die Handwerker und Werkmeister gerade wegen ihrer geringen Bildung (vor allem im Sinn humanistisch orientierter Allgemeinbildung) nur niedriges soziales Prestige genossen. Die beste Möglichkeit, die Geringschätzung des meinungsbildenden Bildungsbürgertums zu durchbrechen, schien darin zu bestehen, sie durch Anpassung zu unterlaufen, das heißt die eigene Bildung anzuheben, auf die Allgemeinbildung hin zu erweitern und das Resultat zu betonen. Die erwähnte Umwandlung der mittleren Fachschulen in mittlere und höhere allgemeinbildende Schulen und die Aufnahme von Kunst- und Literaturwissenschaft in die Angebote der Gewerbeakademien bzw. Technischen Hochschulen[7] lassen sich nicht hinreichend aus den Anforderungen der sich verwissenschaftlichenden Technik und den Anforderungen der späteren Arbeitsplätze erklären. Sie weisen vielmehr auf das Bemühen der Techniker und Ingenieure hin, an jenen gesellschaftlich honorierten Bildungsgütern teilzuhaben, in deren Namen sie bisher über die Schulter angesehen wurden. Innerhalb eines Bürgertums, das seine Einheit vor allem in gemeinsamer Bildung und Kultur fand, wurde der Kampf um Aufstieg und soziale Anerkennung zu einem erheblichen Teil in Kategorien der Bildung und Kultur geführt.

Dass die Klagen der Ingenieur-Repräsentanten über mangelnde soziale Anerkennung und fehlenden Zugang zu den Rängen der durchs „Juristenmonopol“ geprägten öffentlichen Verwaltung seit dem späten 19. Jahrhundert dringlicher wurden, lag am wachsenden Selbstbewusstsein und an den steigenden Ansprüchen dieser aufsteigenden, immer zahlreicheren Gruppe. Der diesem Essay beigefügte Quellenausschnitt von Wilhelm Franz kann als Beispiel dienen, gleichwohl er mit seiner Einschätzung nicht allein dastand.[8] Organisationen und Sprecher der Ingenieure setzten sich für ihre soziale Aufwertung ein, indem sie die Notwendigkeit von Allgemeinbildung betonten, vor zu enger Spezialisierung im Studium warnten und es schließlich erreichten, dass ihre Hochschulen mit dem Promotionsrecht an die höchsten Stufen des bildungsbürgerlichen Berechtigungswesens angeschlossen wurden.[9] Und sie betonten die kulturellen Leistungen ihres Berufs. Ein ehemaliger Vorsitzender des VDI forderte: „Jedes größere technische Unternehmen […] muß in gewissem Sinne auch ein kleines Kulturzentrum bilden, von dem [aus] sich allgemein gebildete Ingenieure und Beamte nach dem Beispiel ihrer Leiter“ am öffentlichen kulturellen Leben beteiligen können.[10]

Wie der Quellenausschnitt von Ludwig Brinkmann zeigt, konnte sich der Anspruch der Ingenieure auf Statusgewinn und kulturelle Teilhabe mit geradezu utopischen Hoffnungen auf eine technische Kultur der Zukunft, auf „Ingenieurisierung“ auch des sozialen und politischen Lebens verbinden – im Extremfall mit technokratisch-anti-pluralistischer Spitze. „Staatliche und politische Gebilde nach Analogie einer Maschine aufzufassen, wem muß es näher liegen als dem Ingenieur? Und deshalb muß man sich von seiner Beteiligung an der Politik etwas Leidliches versprechen, nämlich ernsthafte Arbeit, daß der Staat eine gut fördernde Maschine werde und nicht ein Tummelfeld für Interessen und Begierden einzelner Stände und Parteien bleibe.“[11]

Die zunehmende Technikbegeisterung jener Jahrzehnte war solchen Ideen förderlich. Die Technik hatte als Kriegstechnik bei der Gründung des deutschen Nationalstaates eine große Rolle gespielt, das beeindruckte viele. Autoren wie Max Maria von Weber und Max Eyth stilisierten in viel gelesenen Büchern den Ingenieur zur fortschrittlichen Schöpferfigur. Die öffentliche Meinung zeigte sich mitgerissen von den großen Erfindungen und technischen Entwicklungen der Zeit. Dazu gehörten zunächst das elektrische Licht und die großen Überlandleitungen, dann das Automobil und die damit veranstalteten Straßenrennen, die ersten Flugversuche, der Zeppelin, der Film – unter diesen Eindrücken verloren ältere bildungsbürgerliche Vorbehalte gegenüber der als utilitaristisch abgewerteten Technik an Kraft. Der Aufschwung der Technik wurde zudem nicht selten in nationale Zusammenhänge gestellt, der flotten- und technikbegeisterte Kaiser gab dem beredten Ausdruck: „Die besten Familien, die sich sonst anscheinend ferngehalten haben, wenden ihre Söhne der Technik zu, und ich hoffe, daß das zunehmen wird.“[12] Und als Wilhelm II. 1899 den Technischen Hochschulen das Promotionsrecht zusprach, wies er ausdrücklich darauf hin, er wolle sie „in den Vordergrund bringen, denn sie haben große Aufgaben zu lösen, nicht bloß technische, sondern auch große soziale […]. Die bisherigen Richtungen haben ja leider in sozialer Hinsicht vollständig versagt. Ich rechne auf die Technischen Hochschulen!“[13]

Daraus ist nicht viel geworden. Überhaupt müsste der Realitätsgehalt der hier rekonstruierten Diskurse und Vorstellungen erst noch kritisch abgeklopft werden. Doch ist dies nicht das Ziel dieses Beitrags, der darauf hinweisen sollte, dass Vorstellungen von Kultur und die Berufung auf Kultur in einer bis heute formativen Periode deutscher Geschichte strategisch eingesetzt wurden, im Zuge der Konstituierung des Ingenieurberufs, bei seiner Abgrenzung von unteren Schichten und im Kampf für seinen sozialen Aufstieg ins Bürgertum.

Dabei nutzten die Sprecher der Ingenieure gern den Vergleich, den oftmals stilisierten Selbstvergleich, und zwar interprofessionell und international. An den Juristen und anderen akademischen Berufen nahmen sie Maß, wenn sie um höhere soziale Anerkennung und Zugang zu begehrten Stellen vor allem im Staatsdienst stritten. „Den Juristen, den Medizinern, den Philologen, den Theologen ist von alters her ein bestimmtes Gebiet im Staat und in der Gesellschaft gesichert. Den Ingenieuren aber ist das Los gefallen, Eroberer zu werden im eigenen Vaterland.“[14]

„In dem harten Ringen, es den begünstigten Berufen gleichzutun“, entstand das, was Zeitgenossen als „Ingenieurbewegung“ bezeichneten und was zur Akademisierung der Ingenieurausbildung erheblich beitrug.[15]

Den vergleichenden Blick lenkten Ingenieursprecher zudem gern über die Grenzen hinweg auf die Berufskollegen in anderen Ländern, speziell in England und Frankreich. Dort, so das Argument Ludwig Bernhards, gab es keine Ingenieurbewegung im deutschen Sinn, brauchte es auch keine zu geben. Denn in England sei die Anerkennung der Ingenieure seit dem 18. Jahrhundert hoch, der enge Kontakt zwischen Wissenschaft und Technik sei früh entstanden, wenn auch nicht im Rahmen formalisierter Schulausbildung, sondern in der Praxis und in der Zivilgesellschaft, in Vereinen, Akademien und Zirkeln, die früh Gelehrsamkeit und Praxiskönnen hochschätzten und zusammenführten. Das habe besonders dem Aufstieg des Maschinenbauingenieurs genutzt. Die historische Forschung hat dem Recht gegeben. Und in Frankreich sei der Bauingenieursberuf schon früh von der Schulpolitik des Absolutismus gefördert worden und das gelte erst recht für die entschiedene Förderung von Technik und Ingenieurausbildung durch die großen Schulgründungen der Revolution (Ecole polytechnique, Conservatoire des arts et métiers). „Von einer mangelnden Anerkennung der Ingenieure konnte [in Frankreich, Anm. d. Verf.] nicht die Rede sein. Im Gegenteil: die Ingenieure spielten die erste Rolle in der Staatsverwaltung und im sozialen Leben. Unter den höchsten Beamten Frankreichs findet man eine lange Reihe von Ingenieuren. In Frankreich erhielten damals die Ingenieure, ebenso wie in England, die Sicherheit der vollen Gleichberechtigung.“[16]

In dieser Perspektive erschienen die Bemühungen deutscher Ingenieure um mehr Anerkennung als Nachholgefecht, dessen sich um 1900 deutlich abzeichnender Erfolg eine Phase deutscher Rückständigkeit glücklich zu Ende brachte. Der Vergleich als Strategie, Europa als Vergleichsraum und Kultur als Mittel erfolgreicher Professionalisierung – die Ingenieure im Kaiserreich führten dies vor.



[1] Essay zur Quelle: Technische Kultur und der Ehrgeiz der Ingenieure: Wilhelm Franz (1909) und Ludwig Brinkmann (1908) über den Beruf des Ingenieur. Die Druckversion des Essays befindet sich in: Isabella Löhr, Matthias Middell, Hannes Siegrist (Hgg.): Kultur und Beruf in Europa, Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2012, S. 29–34, Band 2 der Schriftreihe Europäische Geschichte in Quellen und Essays.

[2] Franz, Wilhelm, Ingenieurstudium und Verwaltungsreform. Aufsätze, Berlin 1909, S. 9–10.

[3] Brinkmann, Ludwig, Der Ingenieur (= Die Gesellschaft. Sammlung Sozialpsychologischer Monographien, Bd. 21), Frankfurt am Main 1908, S.82–85.

[4] So Christian Wilhelm Beuth, der Gründer des Berliner Gewerbeinstituts von 1821; vgl. Straube, Hans-Joachim, Christian Peter Wilhelm Beuth, Berlin 1930, S. 7. Genauer, auch zum Folgenden vgl. Kocka, Jürgen, Unternehmensverwaltung und Angestelltenschaft am Beispiel Siemens 1847–1914. Zum Verhältnis von Kapitalismus und Bürokratie in der deutschen Industrialisierung, Stuttgart 1969, S. 166–171, S. 525–533.

[5] Schmoller, Gustav, Das untere und mittlere gewerbliche Schulwesen in Preußen, in: ders., Zur Social- und Gewerbepolitik der Gegenwart: Reden und Aufsätze, Leipzig 1890, S. 247–276, hier S. 261.

[6] Dies formulierte die erste Satzung des VDI von 1857. Vgl. Verein Deutscher Ingenieure 1856–1926, Berlin 1926, S. 51 (Hervorhebung J. K.).

[7] Vgl. zu entsprechenden Veränderungen im Lehrplan der Berliner Gewerbe-Akademie 1866–1867: Chronik der Königlichen Technischen Hochschule zu Berlin 1799–1899, Berlin 1899, S. 48f. In der Hauptversammlung des VDI 1886 hieß es: „Wir erklären, daß die deutschen Ingenieure für ihre allgemeine Bildung dieselben Bedürfnisse haben und derselben Beurteilung unterliegen wollen, wie die Vertreter der übrigen Berufszweige mit höherer wissenschaftlicher Ausbildung.“ Vgl. Verein Deutscher Ingenieure, S. 32.

[8] Vgl. etwa Bernhard, Ludwig, Die Stellung der Ingenieure in der heutigen Staatswissenschaft, in: Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich 28 (1904), S. 117–131.

[9] Vgl. zu entsprechenden Leitsätzen eines vom VDI gegründeten Ausschusses zu den „Allgemeinen Abteilungen“ der Technischen Hochschulen: Abhandlungen und Berichte über Tech­nisches Schulwesen, hg. vom Deutschen Ausschuss für Technisches Schulwesen, Bd. 5, Leipzig 1914, S. 70–72 sowie S. 72–79 zur Zusammenstellung der allgemein bildenden Vorlesungen an Technischen Hochschulen. Vgl. auch Kollmann, J., Des Ingenieurs Erziehung, in: Der Ingenieur. Seine kulturelle, gesellschaftliche und soziale Bedeutung mit einem historischen Überblick über das Ingenieurwesen (= Technische Monatshefte. Zeitschrift für Technik, Kultur und Leben), Stuttgart 1910, S. 20: „Wenn irgendein Stand eine gründliche All­gemeinbildung erfordert, so ist es derjenige des Ingenieurs, der mit seiner Berufsarbeit auf Schritt und Tritt in das wirtschaftliche und soziale Leben unserer Zeit eingreift, zugleich auch künstlerischen Bestrebungen dient und dessen Persönlichkeit somit in erster Linie in Betracht kommt!“

[10] So Wilhelm von Oechelhäuser, ebd., S. 70.

[11] Vgl. Ebd., S. 35.

[12] Wilhelm II. am 19. Oktober 1899, in: Schröder, Wilhelm (Hg.), Das persönliche Regiment. Reden und sonstige öffentliche Äußerungen Wilhelms II., München 1907, S. 150.

[13] Vgl. Weihe, Carl, Die akademisch-technischen Berufe. Ratschläge für Abiturienten und Diplom-Ingenieure aller Fachrichtungen, Berlin 1904, S. 13

[14] Bernhard, Die Stellung der Ingenieure in der heutigen Staatswissenschaft, S. 130f.

[15] Ebd., S. 120; zur Geschichte der Juristen maßgeblich: Siegrist, Hannes, Advokat, Bürger und Staat. Sozialgeschichte der Rechtsanwälte in Deutschland, Italien und der Schweiz (18.–20. Jahrhundert.), 2 Halbbde., Frankfurt am Main 1996.

[16] Bernhard, Die Stellung der Ingenieure in der heutigen Staatswissenschaft, S. 120–127, hier S. 126f.; zeitgenössische internationale Vergleiche auch bereits in: Schlink, J., Ueber die sociale Stellung des deutschen Technikers, Vortrag, Berlin 1879; allgemein: Kaiser, Walter; König, Wolfgang (Hgg.), Geschichte des Ingenieurs. Ein Beruf in sechs Jahrtausenden, München 2006.



Literaturhinweise

  • Gispen, Kees, New Profession, Old Order: Engineers and German Society, 1815–1914, Cambridge 2002.
  • Ludwig, Karl-Heinz; König, Wolfgang (Hgg.), Technik, Ingenieure und Gesellschaft. Geschichte des Vereins Deutscher Ingenieure, 1856–1981, Düsseldorf 1981, bes. S. 133–288.
  • Sander, Tobias, Die doppelte Defensive. Soziale Lage, Mentalitäten und Politik der Inge­nieure in Deutschland 1890–1933, Wiesbaden 2009.
  • Siegrist, Hannes (Hg.), Bürgerliche Berufe. Zur Sozialgeschichte der freien und akade­mischen Berufe im internationalen Vergleich, Göttingen 1988.

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Zitation
JürgenKocka , Kultur und Technik. Aspirationen der Ingenieure im Kaiserreich, in: , , </essay/id/artikel-3629>.
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